vergrößernverkleinern
Nikola Karabatic (l.) spielt seit 2005 beim THW Kiel © getty

Die Königsklasse wird für Kiel zum Prüfstein. Der Manager spricht von der "schwersten Vorrundengruppe, in der wir jemals gespielt haben."

München - Der THW Kiel steht auf internationalem Boden vor einer schweren Saison.

Die anderen Bundesligisten sind dagegen mit der Champions-League-Auslosung zufrieden.

Mit dem FC Barcelona trifft der THW Kiel schon in der Gruppenphase auf einen Angstgegner auf internationaler Ebene. 2000 scheiterte Kiel im Finale an den Katalanen, genauso wie 2001 im Halbfinale und 2005 im Viertelfinale.

Im letzten Jahr setzte sich der THW im Halbfinale zum ersten Mal in der Königsklasse gegen den spanischen Rekordmeister durch.

Kiel vor Neuanfang

THW-Manager Uwe Schwenker sieht der Aufgabe in der Gruppe C, in der unter anderem auch der norwegische Meister Drammen mit von der Partie ist, mit gemischten Gefühlen entgegen: "Das ist eine super attraktive Gruppe," freut sich Schwenker zwar: "Aber es ist auch die schwerste Vorrundengruppe, in der wir jemals gespielt haben.

Gerade im Hinblick auf die Trennung von Erfolgscoach Noka Serdarusic, der nach 15 Jahren den Verein verlassen hat, ist man in Kiel auf die kommende Saison gespannt.

Serdarusic holte mit den Zebras seit 1993 unter anderem elf Deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege, drei EHF-Pokal-Siege und 2007 die Champions League. Er und Schwenker brachten den Klub an die Spitze des deutschen Vereinshandballs.

Nun soll Alfred Gislason dieses Erfolgskonzept fortführen. Vor allem im gewinnbringenden internationalen Wettbewerb will der Deutsche Meister und Pokalsieger weiter oben mitspielen. Im letzten Jahr hatte der der THW hier rund 700.000 Euro eingespielt.

Schwere Gruppe und neuer Spielmodus

Solche Summen will der Klub auch nach der Rekord-Verpflichtung seines neuen Coachs umsetzten, um sich auch weiterhin den hoch bezahlten Kader leisten zu können.

Doch die schweren Gegner in der Gruppenphase und der neu eingeführte Spielmodus in der Champions League könnte es dem THW dieses Jahr schwer machen.

Jeder Punkt doppelt wichtig

Neu ist, dass die beiden Qualifikanten aus der Gruppenphase die Punkte aus den direkten Begegnungen in die Hauptrunde mitnehmen. Dass heißt, jedes Spiel muss gewonnen werden, um sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.

Genau diese Konstellation lässt die Sorgenfalten auf Schwenkers Stirn größer werden: "Wir müssen bereits vom ersten Spieltag an hellwach sein und dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben", warnt Schwenker. Aufgrund des neuen Spielmodus' fange die Königsklasse "bereits in der Gruppenphase so richtig an".

"Verlieren wir beide Spiele (gegen Barcelona Anm. d. Red), sind wir schon weg vom Fenster", weiß Schwenker.

Auch Barcelona nicht erfreut

Doch auch beim sechsmaligen Champions-League- Sieger aus Spanien ist man über die Konstellation nicht gerade erfreut: "Wir sind nicht wirklich glücklich, erneut gegen Kiel zu spielen", sagte Teammanager Xavier O´Callaghan.

"Sie haben natürlich ein starkes Team, aber ich glaube, dass wir und Kiel eine gute Chance haben, es in die Hauptrunde zu schaffen."

Das glaubt auch Nationalspieler Christian Schwarzer: "Kiel wird seinen Weg weiter gehen", sagte der Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen gegenüber Sport1.de.

"Die Frage ist, was Alfred Gislason in der kurzen Zeit mit der Mannschaft machen kann", so der 37-Jährige. Die Mannschaft sei jedoch so gut eingespielt, dass er an ein souveränes Weiterkommen der Kieler glaube.

Optimismus bei den Rhein-Neckar Löwen

Schwarzer selbst wird mit den Löwen im Falle einer erfolgreichen Qualifikation gegen HB Dudenlage (6./7. und 13./14. September) in der Gruppe H dem kroatischen Meister Croatia Zagreb, Pick Szeged (Ungarn) und Wisla Plock (Polen) gegenüberstehen.

"Die Qualifikation gegen eine luxemburgische Mannschaft dürfte eigentlich kein Problem für uns darstellen, alles andere wäre eine riesige Enttäuschung", sagte Schwarzer.

"Auch in der Gruppenphase dürften wir eigentlich gute Chancen haben, unter die ersten Zwei zu kommen", so Schwarzer weiter. Er freue sich einfach, sich mit den besten Teams aus Europa messen zu können.

Manager Thorsten Storm sieht das ähnlich: "Das ist eine sehr ausgeglichene Gruppe. Sollten wir die beiden Qualifikationsspiele erfolgreich gestalten - und das muss ich von unserer Mannschaft erwarten - sehe ich einen Favoriten mit Croatia Zagreb." Doch auch die Löwen hätten sicherlich gute Chancen, die Hauptrunde zu erreichen.

HSV mit Losglück

Die vermeintlich leichteste Aufgabe hat der HSV in der Gruppe D erwischt. Lediglich der dänische Meister FC Kopenhagen Handbold dürfte zu einer größeren Hürde für den Halbfinalisten der letzten Spielzeit werden.

Mit dem slowakischen Meister Tatran Presov und dem Sieger aus dem Spiel zwischen Roter Stern Belgrad (Serbien) und dem italienischen Klassenprimus Italgest Casarano dürfte man weniger Sorgen haben.

"Es sind sportlich interessante Aufgaben, die wir mit viel Respekt angehen werden", sagte Sportdirektor Christian Fitzek. Er sei jedoch froh, dass es sich bei der Terminhatz im Kalender des Bundesligisten um logistisch "gut zu erreichende Spielorte" handle.

"Lösbare Aufgaben" für Flensburg

Auch bei der SG Flensburg-Handewitt ist man mit der Auslosung zufrieden. Geschäftsführer Flynn Holpert sprach von einer "lösbaren Aufgabe mit schweren Reisen".

Der Vizemeister von der Förde trifft in der Gruppe F auf den Europacup-Sieger der Pokalsieger, MKB Veszprem aus Ungarn, sowie den ukrainischen Abo-Meister ZTR Zaporoshje und den Gewinner der Begegnung Haukar Hafnarfördur (Island) und Cyprus College (Zypern).

Jan Happle

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel