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Uwe Schwenker (l.) holte zusammen mit Noka Serdarusic 2007 den CL-Titel nach Kiel © getty

Ex-Manager Uwe Schwenker offenbart neue Informationen im Manipulationsskandal um den THW. Ein Geständnis legt er jedoch nicht ab.

München - Kein Geständnis, aber pikante Details:

Im vermeintlichen Manipulationsskandal um den THW Kiel hat der hauptbeschuldigte Ex-Manager Uwe Schwenker den bisher unklaren Verbleib von 152.000 Euro mit dem Aufbau eines "Informationsnetzwerkes" auf dem Balkan und Zahlung an Ex-Trainer Noka Serdarusic wegen dessen aufwändigen Lebensstils erklärt.

Nach Informationen der "Kieler Nachrichten", denen das Protokoll von Schwenkers Aussage bei der Staatsanwaltschaft Kiel im November vorliegt, seien 92.000 Euro an den Kroaten Nenad Volarevic geflossen, die restlichen 60.000 Euro habe Serdarusic erhalten.

Schwenker um Erklärungen bemüht

Schwenker erklärte die Zahlungen an Volarevic mit der Arbeitsweise des THW bei Transfers: "Es gab ein sehr engmaschiges Netz aus ehemaligen Spielern, Handballinsidern und auch Spielerberatern", sagte der 50-Jährige, in dessen Amtszeit die größten Erfolge des 15-maligen Meisters fielen.

Laut "Kieler Nachrichten" erfolgten die Zahlungen zeitnah zum unter Manipulationsverdacht stehenden Champions-League-Finale der Kieler vor zwei Jahren gegen den Konkurrenten SG Flensburg-Handewitt.

Damals hatten die Kieler den Titel in der Königsklasse gewonnen. Auch das Champions-League-Gruppenspiel gegen Ademar Leon am 13. März 2008 steht unter Manipulationsverdacht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Zusammenarbeit mit Volarevic erfolgreich"

Die Zahlungen an Volarevic seien laut Schwenker in zwei Raten erfolgt. Die erste Rate in Höhe von 56.000 Euro wurde am 25. April 2007 verschickt, die zweite über 36.000 am 27. Juni 2007.

Das Champions-League-Finale fand am 30. April 2007 statt.

Schwenker erklärte, den Kontakt zu Volarevic, einem erstklassigen Kenner der Handball-Szene auf dem Balkan, habe in erster Linie Noka Serdarusic gepflegt.

"Insgesamt betrachte ich die Zusammenarbeit mit Nenad Volarevic als durchaus erfolgreich. Diese Einschätzung wurde von unseren Gesellschaftern immer geteilt", sagte Schwenker weiter.

Nielsen offenbarte erste Details

Der Gesellschafter des Liga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, der in der Affäre im April erstmals Details offenbarte, hatte damals erklärt:"Ich fragte ihn (Schwenker), ob das mit den Bestechungen stimmt. Uwe sagte zu mir: 'Es stimmt, dass die Schiedsrichter im Champions-League-Finale 2007 bestochen waren. Aber nicht ich habe das gemacht, sondern Noka. Das ist alles über den Balkan gelaufen."

Und weiter: "Ich habe dann gefragt: Wer hat das Geld überwiesen? Uwe meinte: 'Noka. Ich hole mal unseren Gesellschafter Herrn Grote dazu, der weiß auch alles ."

"Noka berichtete von finanziellem Engpass"

Zwei weitere Transaktionen, eine Scheckzahlung am 4. April 2008 über 20.000 Euro und eine Barabhebung über 40.000 vom 13. Mai 2008 seien an Ex-Trainer Serdarusic geflossen.

"Noka berichtete von einem finanziellen Engpass und benötigte Bargeld. Es war mir bekannt, dass die Familie Serdarusic einen hohen Lebensstandard pflegte", wird Schwenker im Protokoll zitiert.

"Tochter und Enkeltochter wurden großzügig finanziell unterstützt, Freunde aus Mostar ebenfalls. Zudem zockte Mirjana Serdarusic."

Mittlerweile hat Ex-Trainer Noka Serdarusic nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" etwa 30.000 Euro auf ein Konto des THW überwiesen. Der Coach verrechnete die Summe angeblich mit noch ausstehenden Prämien beim THW und überwies den Rest zurück.

Nach Informationen der "Kieler Nachrichten" hatte Serdarusic in der vorletzten Woche bei der Kieler Behörde die Aussage verweigert.

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