Sport1.de-Kolumnist Florian Kehrmann nennt die Gründe für Ausgeglichenheit der Liga und die TBV-Erfolge.

Liebe Handball-Freunde,

Es hat schon viele Überraschungen in den ersten Bundesliga-Spieltagen der Saison gegeben. Das spricht für die Ausgeglichenheit der Liga. Dass die Rhein-Neckar Löwen schon sechs und der HSV vier Minuspunkte haben, damit hat wahrscheinlich keiner gerechnet.

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Andererseits muss man sagen, dass die Löwen auch ein hartes Programm hatten. Wenn man dann nicht gut gestartet ist, wird es schwer.

Bei Hamburg ist das ähnlich. Aber bei den Ansprüchen, die der HSV hat, darf man in Dormagen nicht verlieren. Aber so ein Spiel beim TV Großwallstadt ist für eine Mannschaft, die ganz vorn steht, immer schwer. Großwallstadt hat schon in Kiel lange Zeit gut mitgehalten. So war die HSV-Niederlage nicht die ganz große Überraschung.

Der TBV Lemgo ist sehr gut in die Saison gestartet, wir haben bisher wirklich gute Leistungen gezeigt. Das geschah aber auch gegen Mannschaften, die nicht ganz oben stehen. Da müssen wir in den kommenden zwei Spieltagen zeigen, dass wir auch gegen den SC Magdeburg und beim TV Großwallstadt bestehen können. Das werden für uns zwei wichtige Spiele.

Wenn wir die beiden Begegnungen gut überstehen, können wir uns oben in der Tabelle festsetzen.

Der Unterschied zur vergangenen Saison: Wir spielen viel besser in der Abwehr. Davon profitieren nicht nur die Torhüter, sondern auch unser Angriff. Wir müssen nicht mehr so oft gegen die gegnerische Deckung spielen, sondern können durch schnelle Kontervorstöße viele einfache Tore machen.

Zum Thema Nichtnominierung für die Nationalmannschaft: Wir haben darüber gesprochen und es ist jetzt auch an der Zeit, eine Pause einzulegen. Ich hatte immerhin zwölf Jahre lang alles mitgemacht.

Man muss den Jungen mal eine Chance geben, damit sie sich im wichtigen Spielen beweisen können. Was in der Zukunft passiert, muss man abwarten. Aber es ist kein Rauswurf gewesen.

Olympia habe ich allerdings noch nicht im Visier. Das ist noch eine solch lange Zeit hin. Ich bin jetzt 31 und denke da nur ein, zwei Jahre im Voraus. Es ist eigentlich mal ganz schön zu sagen, wir werden im Verein richtig angreifen. Es läuft da ganz gut und mir macht's Spaß.

Dazu kommt, dass wir privat das zweite Kind im November erwarten. Und dann hat man auch dafür ein bisschen mehr Zeit und Ruhe.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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