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Vor seiner Wiederwahl unter Beschuss: Ulrich Strombach (l., mit Bundestrainer Heiner Brand) © imago

DHB-Präsident Strombach wehrt sich gegen Bestechungs-Vorwürfe in Bezug auf die WM 2005: "Es gab Leistung und Gegenleistung."

Hamburg - Vor dem Bundestag des Deutschen Handball-Bundes am Samstag in Hamburg droht dem zur Wiederwahl stehenden Verbandspräsidenten Ulrich Strombach offenbar eine Machtprobe.

Es geht dabei nicht nur um die Bestechungsvorwürfen gegen die DHB-Spitze im Zusammenhang mit der 2002 erfolgten Vergabe der WM 2005 - Sport1.de hatte berichtet.

Dem Präsidenten werden von einigen Vertretern der Landesverbände kommunikative Defizite und fehlende Transparenz vorgehalten.

Strombach kündigte an, sich auf dem Bundestag umfassend zu allen Punkten zu äußern.

"Niemanden bestochen"

"Ich habe mir nichts vorzuwerfen", erklärte der 64-Jährige, der sich insbesondere gegen den Korruptionsverdacht wehrt. "Wir haben niemanden bestochen", sagte Strombach der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Zwar bestreitet der Rechtsanwalt aus Gummersbach nicht, dass WM-Mitbewerber Russland 50.000 US-Dollar für den Rückzug angeboten und später auch gezahlt worden seien, jedoch halte er dies für legitim: "Da gab es Leistung und Gegenleistung."

Die Russen hatten ihre Kandidatur zwar zurückgezogen, allerdings war Deutschland mit seiner Bewerbung letztlich an Tunesien gescheitert.

Auch Brand-Verlängerung in der Kritik

Seitens der Landesverbände wird nun volle Aufklärung des Sachverhalts gefordert. So will unter anderem der Vorsitzende des badischen Handball-Verbandes, Holger Nickert, vom Präsidenten "mehr Kommunikation und Transparenz" einfordern.

Der fehlende Informationsfluss an der Verbandsspitze zeige sich auch an anderen Beispielen wie der laut Nickert unzureichend kommunizierten Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Heiner Brand.

Strombach, der seit zehn Jahren als DHB-Präsident amtiert, hofft dennoch auf seine Wiederwahl. Einen Gegenkandidaten für die Wahl am Samstag gibt es derzeit nicht.

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