In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über Lemgos stetes Auf und Ab. Trotz der Pleite glaubt er ans Weiterkommen im EHF-Pokal.

Hallo Handball-Freunde,

in dieser Saison schaffen wir es bisher nicht, auf einem konstant hohen Niveau zu spielen. Die gesamte Spielzeit ist eine ständige Berg- und Talfahrt.

Ein Tal haben wir am Samstag erreicht, als wir zu Hause gegen Lissabon im EHF-Pokal verloren haben.

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Diese Schlappe müssen wir uns selbst zuschreiben. Wir haben den Gegner mit einer ganz schwachen Abwehrleistung überhaupt erst ins Spiel gebracht. Wenn wir mal ins Rollen gekommen sind, haben wir uns mit leichten Fehlern direkt wieder aus dem Tritt gebracht.

Deswegen haben wir verdient verloren.

Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir das Viertelfinale erreichen. Wenn wir uns auf unsere Stärken in der Deckung besinnen und gleichzeitig konzentriert nach vorne spielen, können wir in Lissabon mit drei bis vier Toren Vorsprung gewinnen, und eine Runde weiterkommen.

Dass wir auswärts spielen, macht die Aufgabe nicht leichter. Es werden bestimmt viele Zuschauer in die Halle kommen, die ganz heiß darauf sein werden, den großen Favoriten zu schlagen. Aber nachdem wir uns den Schlamassel eingebrockt haben, müssen wir uns da selbst rausziehen.

Ein Weiterkommen wäre sehr wichtig für die Mannschaft: Da wir in der Meisterschaft weit zurückliegen und im Pokal ausgeschieden sind, ist der EHF-Pokal die letzte Möglichkeit, in dieser Saison einen Titel zu gewinnen.

Zuvor geht es nun aber in der Liga gegen Düsseldorf. Dort müssen wir gewinnen. Bei der HSG wartet ein ganz schwieriges Spiel auf uns.

Die Düsseldorfer konnten sich mit der kompletten Mannschaft auf die Rückrunde vorbereiten. Kaum ein Spieler war wegen der Europameisterschaft oder für Qualifikationsspiele unterwegs. Durch den Sieg in Minden haben sie sich zusätzlich Selbstbewusstsein geholt.

Ich glaube, dass viel von dieser Woche abhängt. Wenn wir schaffen, was wir uns vorgenommen haben, sind wir auf dem richtigen Weg.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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