In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über Heiner Brands Team, Lemgos Aufwärtstrend und den Transfer von Börge Lund.

Hallo Handball-Freunde,

Am 16. und 17. März bestreitet die Nationalmannschaft gegen die Schweiz die ersten beiden Länderspiele nach der Europameisterschaft in Österreich.

Ein Einsatz in der Nationalmannschaft ist für mich zur Zeit kein Thema. Ich bin froh, dass sich meine Aufgaben auf den TBV Lemgo beschränken. Es ist für mich ein bisschen ruhiger geworden und mein Körper dankt es mir.

Für Heiner Brand und sein Team wird es in diesem Jahr vorwiegend darum gehen, im Juni das Ticket zur WM in Schweden zu buchen.

In zwei Quali-Spielen geht es gegen Griechenland. Die beiden Länderspiele im März und das Vier-Länder-Turnier mit Schweden, Norwegen und Dänemark im April wird der Bundestrainer zum Testen nutzen.

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Aber die Qualifikation zur WM hat absolute Priorität.

In der Bundesliga beweisen wir mit dem TBV Lemgo nach vier Siegen in Serie wieder ansteigende Form.

Nach dem schwachen Auftritt im Europacup-Hinspiel gegen Lissabon haben wir den Turnaround geschafft und zwei Schritte in die richtige Richtung gemacht.

Das Rückspiel in Portugal haben wir deutlich für uns entschieden und auch in der Bundesliga haben wir es gegen Wetzlar vor eigenem Publikum geschafft, ein richtig gutes Spiel zu machen und den Gegner aus der Halle zu schießen.

Wir sind auf einem guten Weg und nichtsdestotrotz stehen schwere Aufgaben an.

Im Viertelfinale des EHF-Pokals wartet mit CAI Aragon der Tabellenfünfte aus Spanien, in der Bundesliga müssen wir nächsten Dienstag nach Nettelstedt.

Der TuS hat fast alle seine Punkte zu Hause geholt, ist extrem heimstark und hat auch schon den Löwen, Flensburg und anderen Favoriten ein Bein gestellt.

Das wird ein richtungweisendes Spiel, bevor die beiden schweren Aufgaben gegen Kiel und Hamburg anstehen.

Einen Anspruch auf die vorderen Plätze wollen wir nach vier Siegen aber nicht automatisch anmelden.

Es geht eng zu in der Verfolgergruppe der Bundesliga, da kann noch viel passieren.

Von Platz drei bis sieben scheint alles möglich. Wichtig ist es für uns jetzt von Spiel zu Spiel zu schauen.

Für das Verfolgerduell zwischen dem TV Großwallstadt und den Rhein-Neckar Löwen am Donnerstag sind die Badener für mich der Favorit.

Sie sollten den TVG aber nicht unterschätzen. Er ist sehr heimstark und hat sich klammheimlich in die Verfolgergruppe eingeschlichen.

Keiner hat Großwallstadt so richtig auf der Rechnung gehabt und mittlerweile sind sie punktgleich mit den Löwen und mischen oben mit.

Den Löwen kann ich zu der Verpflichtung von Börge Lund vom THW Kiel nur gratulieren.

Er hat bei der Europameisterschaft gezeigt, dass er nicht nur in der Deckung ein sehr guter Spieler ist, sondern auch im Angriff in der Lage, eine Mannschaft zu führen.

In Kiel war er zuletzt kein bestimmender Spieler. Er hat nur noch in der Abwehr gespielt und im Angriff kaum Einsatzzeiten bekommen. Ich denke, dass er weg wollte.

Mit Snorri Gudjonsson und Nikola Manojlovic haben die Löwen auf Rückraum Mitte auch zwei Spieler, deren Verträge im Juni auslaufen.

Da bestand schon Handlungsbedarf.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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