In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über den Sieg gegen Kiel, die Tests des DHB-Teams und die nächste schwere Aufgabe.

Hallo Handball-Freunde,

gerade haben wir mit dem TBV 32:30 gegen den THW Kiel gewonnen - eine tolle Sache für Lemgo.

Nach einer schwachen Anfangsviertelstunde haben wir eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Kiel ist natürlich keine Mannschaft, die man einfach so abschreiben darf, auch wenn man schon mit sieben Toren führt.

Aber in den entscheidenden Momenten haben wir, auch mit dem tollen Publikum in Halle im Rücken, dagegen gehalten und dadurch verdient gewonnen.

Ein bisschen ist uns damit hoffentlich auch eine Wiedergutmachung für die Niederlage gegen Lübbecke gelungen.

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Als nächstes steht eine weitere schwere Partie gegen den HSV Hamburg an, die nach dem Sieg gegen Melsungen in Tabelle ganz vorn sind.

Wir haben in der Hinrunde in Kiel schon einen Punkt geholt, gegen Hamburg dann aber zu Hause mit neun Toren Unterschied verloren. Natürlich wünscht sich THW-Trainer Alfred Gislason, dass wir das jetzt in der Rückrunde besser machen und dadurch Kiel im Rennen bleibt.

Nach der wirklich guten Partie gegen den THW dürfen wir uns jetzt auch nicht ausruhen. Wir haben zwar etwas erreicht, dürfen uns aber nicht gleich die nächste Niederlage einfangen.

Hamburg ist der Favorit, aber das war Kiel auch, und wir haben sicherlich eine Chance.

Ich würde Alfred gerne den Gefallen tun, dass seine Mannschaft wieder einen Punkt Vorsprung vor Hamburg hat.

Aber es geht nicht um Kiel, denn vor allem im Hinblick auf die Europapokalplätze müssen wir natürlich punkten. Es wird für den Rest der Saison ganz wichtig sein, dass wir auch die direkten Konkurrenten schlagen. Das ist uns in der Hinrunde nicht sehr gut gelungen.

Bei der Nationalmannschaft steht in den kommenden Wochen eine Testphase an, die mit zwei Spielen gegen die Schweiz beginnt.

Ich glaube in der Nachbetrachtung spielt die verkorkste Europameisterschaft in Österreich immer noch eine Rolle, aber ich denke, das Team hat jetzt damit abgeschlossen.

Heiner Brand wird in den beiden Spielen sicher viel experimentieren. Beim Vier-Nationen-Cup in Norwegen wird außerdem eine junge B-Nationalmannschaft an den Start gehen.

Wenn man die Chance hat, bei so einem Turnier auf internationalem Niveau zu testen, ist das natürlich gerade für die jungen Leute das Beste, was ihnen passieren kann.

Gerade für den Unterbau ist es wichtig, dass die Spieler Chancen bekommen, sich zu empfehlen.

Dass Heiner Brand weiterhin Spaß an seinem Job hat und das DHB-Team führen will, ist ein Glücksfall für den deutschen Handball. Denn ich wüsste nicht, wer sonst als Bundestrainer in Frage kommen würde.

Ich habe als Spieler selbst zehn Jahre unter ihm gespielt und im Moment kann sich wohl keiner vorstellen, dass Heiner irgendwann aufhören wird.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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