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Berliner Erfolgs-Duo hat gut lachen: Bob Hanning (l.) und Dr. Frank Steffel © getty

Den Füchsen Berlin gelingt mit einem Zehn-Jahres-Vertrag ein besonderer Coup. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr in der Bundesliga will der Hauptstadt-Klub jetzt international angreifen.

Berlin/München - Die Füchse Berlin haben bisher alle Ziele erreicht.

2005 die Lizenz für die 2. Liga, der Klassenerhalt 2006, 2007 Aufstieg in die 1. Bundesliga, 2008 souveräner Klassenerhalt.

Die Berliner haben ihren Drei-Jahres-Plan exakt eingehalten. Jetzt soll der nächste Schritt folgen.

Die Füchse peilen in Zukunft Europa an. Präsident Dr. Frank Steffel und Manager Bob Hanning ist auf diesem Weg ein Coup gelungen.

Der Tabellenzwölfte der vergangenen Saison hat mit dem amerikanischen Sportrechtevermarkter IMG einen Zehnjahresvertrag ausgehandelt.

Angriff auf Bundesliga-Spitze

Da eine selbstständige Vermarktung in der Größenordnung, wie sie die Berliner anstreben, nur von Hanning, fünf Angestellten und zwei Azubis nicht mehr zu stemmen ist, wurden die Exklusivrechte verkauft.

Ob dabei Millionen für den Hauptstadtklub herausspringen, verraten die Verantwortlichen nicht. Steffel sagt "handball-world.com" nur soviel: "Nun haben wir die Möglichkeit, prominente Identifikationsfiguren zu uns zu holen. In zwei bis drei Jahren wollen wir in die Spitzengruppe der Bundesliga und danach international angreifen."

Jedes Jahr erhalten die Füchse mehr Geld, steigend bis zum Ende des Vertrages 2018. Als Gegenleistung muss der Klub eine "marktübliche Provision" zwischen 15 und 20 Prozent überweisen.

Zwischen Woods und Klum

Zwar ist auch der geborene Essener Hanning stolz auf den Vertrag. Er sagt im Gespräch mit Sport1.de: "Es schadet sicher nicht, zwischen Tiger Woods und Heidi Klum zu stehen." Beide Stars arbeiten mit IMG zusammen.

Trotzdem tritt Hanning auf die Euphoriebremse: "Wir werden mit Sicherheit deshalb keine Spieler aus laufenden Verträgen herauskaufen. Unsere solide Arbeit aus den vergangenen Jahren wird fortgesetzt. Schwarze Zahlen haben für mich Priorität."

Er glaubt, dass das Interesse von Firmen wie IMG nur durch die seriöse Arbeit bisher entstanden ist. Deshalb gilt für ihn: "Europa ist das Ziel, aber sicher nicht um jeden Preis."

Nachwuchs statt teure Stars

Deshalb werden die Berliner die Augen auf dem Markt offen halten. Sobald Verträge von guten Spielern auslaufen, werden sie da sein und schauen, ob eine Verpflichtung möglich ist.

Für Hanning hat nach der Finanzspritze nun aber nicht das Einkaufen von teuren Stars Priorität, sondern die Förderung des eigenen Nachwuchses, sogar über den Handball hinaus.

"Wir wollen in die Jugend investieren. Die Jungs spielen nicht nur bei uns, wir helfen ihnen auch bei der Ausbildung."

Felix Götz

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