In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über die knappe Niederlage gegen Hamburg und das anstehende Spiel im Europapokal.

Hallo Handball-Freunde,

leider ist es uns nicht gelungen, den großen Favoriten Hamburg zu schlagen. Damit konnten wir nach dem Sieg gegen Kiel nicht nachlegen.

Die 31:32-Niederlage war sogar noch knapper als es auf dem Papier steht: Wir machen kurz vor Ende den Ausgleich, passen aber danach nicht richtig auf und kassieren praktisch mit dem Schlusspfiff noch einen Gegentreffer.

Im Raum steht natürlich in diesem Zusammenhang ein ominöser Pfiff vor dem HSV-Treffer. Ob dieser Pfiff, den wirklich jeder gehört hat, jedoch vom Schiedsrichter oder aus dem Publikum kam, das weiß ich nicht.

Mit der Schiedsrichterentscheidung müssen wir nun aber leben.

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Was wir uns alle fragen müssen, ist die Tatsache, warum wir erst so spät aufgewacht sind. Wir lagen ja bis zur Mitte der zweiten Hälfte hoffnungslos zurück.

Natürlich spricht es für eine Mannschaft, wenn man dann trotzdem weiter kämpft, gerade gegen einen übermächtigen Gegner. Am Ende fragt man sich dann aber, warum wir das alles nicht schon vorher gemacht haben.

In der Liga stehen nun vielleicht schon vorentscheidende Duelle an. Der Erste, Hamburg, trifft auf den Vierten Flensburg. Und der THW muss als Zweiter beim Dritten, Frisch Auf Göppingen, antreten.

Eine Vorentscheidung kann aber nur dann fallen, wenn Hamburg gewinnt und Kiel verliert. Dann hätte der HSV drei Punkte Vorsprung. Aber ich glaube ohnehin, dass alles auf das direkte Duell am drittletzten Spieltag in Hamburg hinausläuft.

Wir treffen jetzt auf den 15. Balingen und sind natürlich Favorit - wir spielen zu Hause und müssen gewinnen. Man hat aber auch schon gesehen, dass wir uns gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel wirklich schwer getan haben. Deswegen müssen wir sehr konzentriert ans Werk gehen.

Am Wochenende steht dann bereits das erste Viertelfinale im EHF-Pokal gegen Aragon aus Spanien an, und unser großes Ziel ist es ja, auf jeden Fall ins Finale zu kommen.

Wir haben es in diesem Spiel selber in der Hand, auch wenn Aragon eine sehr gute Mannschaft ist. Wir haben einen harten Brocken erwischt, aber die Chancen stehen 50:50.

Wir müssen es allerdings schaffen, zwei gute Spiele hinzulegen - nicht so wie gegen Lissabon in der letzten Runde. Da haben wir erst ein Katastrophen-Spiel hingelegt und es dann zwar noch relativ locker mit einem richtig guten Spiel in Lissabon geschafft. Aber das wird gegen Aragon nicht reichen.

Zum restlichen Verlauf der Saison denke ich, dass es ein ganz spannender Kampf um die Europapokal-Plätze geben wird. Wir haben ja gesehen, dass Kronau fast gegen Burgdorf verloren hätte und Gummersbach und Großwallstadt sich nichts geschenkt haben.

Vier, fünf Mannschaften stehen mit ähnlicher Punktzahl da - am Ende wird es darauf ankommen, dass man einen langen Atem hat. Von Platz drei bis acht ist alles möglich.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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