Florian Kehrmann schreibt über den Einzug ins EHF-Cup-Finale, die Begegnungen in der Königsklasse und die nächsten Partien.

Hallo Handball-Freunde,

ich bin sehr froh, dass wir diese schwere Hürde gegen La Rioja genommen und mit dem TBV Lemgo ins Finale des EHF-Cups eingezogen sind.

Das Publikum war einfach spitze und mit einer überragenden Deckungsleistung war der Rückstand aus dem Hinspiel bereits Mitte der ersten Halbzeit aufgeholt. In der zweiten Hälfte haben wir dann nachlegen können und eine geschlossenen Mannschaftsleistung gezeigt.

Das es am Ende noch mal knapp geworden ist, war keine Nachlässigkeit, sondern lag am Gegner, denn La Rioja stand nicht ohne Grund im Halbfinale.

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Im Finale warten nun die Kadetten Schaffhausen. Rachegelüste wegen der Niederlage in der Champions-League-Qualifikation spüren wir nicht.

Dennoch muss ich sagen, dass es dieses Turnier im Nachhinein ins rechte Licht rückt. Schließlich haben sie Frisch Auf Göppingen und nun auch die SG Flensburg-Handewitt aus dem EHF-Cup geworfen und stehen nicht unverdient im Finale.

Wir erwarten im Finale zwei ganz enge Spiele. Egal wie das Hinspiel ausgeht, wird die Entscheidung im Rückspiel auf Messers Schneide stehen. Dass wir diesmal zuerst Heimrecht und im Rückspiel nach Schaffhausen müssen, ist weder Vor- noch Nachteil.

Zuerst einmal müssen wir versuchen die Kadetten zu schlagen, das wird schwer genug. Aber dennoch gilt: Je größer das Polster aus dem Hinspiel ist, desto besser.

Für die Flensburger tut es mir leid, dass sie nicht ins Finale eingezogen sind, aber im Sinne des europäischen Wettbewerbs freue ich mich, gegen die Schweizer zu spielen.

Dennoch dürfen wir über diese Euphorie die Bundesliga nicht vergessen, sondern müssen sie in die nächsten Partien mitnehmen. Wir haben noch wichtige Spiele gegen direkte Konkurrenten vor uns, die wir unbedingt gewinnen und die Saison auf dem sechsten Platz beenden wollen, damit wir auch in der nächsten Spielzeit auf europäischen Parkett spielen.

Für den HSV Handball ist es wahnsinnig schade, dass sie im Viertelfinale gegen Ciudad Real nicht bestehen konnten, ich hatte ihnen einen Sieg zugetraut und ihn mir auch erhofft. Aber gegen dieses spanische Bollwerk und Arpad Sterbik war leider nichts zu holen.

Das deutsche Duell hat der THW Kiel für sich entschieden und im Final Four traue ich ihnen nun alles zu. Der Titel ist auf jeden Fall drin. Dennoch muss man den Rhein-Neckar Löwen großen Respekt zollen, dass sie das Spiel in der Sparkassen-Arena bis zum Ende offen gehalten und den Zuschauern ein spannendes Spiel beschert haben.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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