Florian Kehrmann schreibt über das Hinspiel der Lemgoer im EHF-Cup-Finale und dem Showdown zwischen Hamburg und Kiel.

Hallo Handball-Freunde,

wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir im EHF-Pokal gegen die Kadetten Schaffhausen mit sechs Toren gewinnen, dann hätten wir das wahrscheinlich angenommen. Doch wir dürfen uns trotz des 24:18 nicht in Sicherheit wiegen, denn Schaffhausen hat auch schon im Halbfinale in der letzten Viertelstunde sieben Tore gegen Flensburg aufgeholt.

Aber unser Team aus Lemgo hat die erste Halbzeit sehr gut gespielt, und wir haben unsere kämpferische Leistung gebracht. Zudem zeigten wir eine geschlossene Mannschaftsleistung, denn unsere Mannschaft hat überragend in der Deckung gestanden, dafür sprechen auch die lediglich 18 Gegentore.

Mit einem sicheren Torwart und einer guten Deckung haben wir das Spiel bestimmt, und wenn wir da noch einen drauflegen, dann haben wir gute Chancen, den Cup zu holen.

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In der Bundesliga ist natürlich der Kracher zwischen dem HSV Hamburg und dem THW Kiel das Thema des Wochenendes gewesen.

Nach dem Sieg der Kieler in Hamburg stehen die Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen, jetzt wohl bei 80 Prozent für Kiel.

Wenn man so ein entscheidendes Spiel in Hamburg gewinnt, dann ist Kiel wohl auch der verdiente Meister.

Kiel besitzt einfach die Selbstverständlichkeit, die beste Leistung in einem Spitzenspiel abrufen zu können, denn das muss der THW ja schon seit Jahren zeigen. Und das ist neben der Tagesform entscheidend.

Doch die Kieler haben noch eine schwere Hürde in Großwallstadt am letzten Spieltag. Da hat sich jede Mannschaft bislang schwer getan.

Trotzdem glaube ich nicht, dass Kiel dort noch strauchelt. Wer mit sechs Minuspunkten durch die Saison kommt und wahrscheinlich am letzten Spieltag Meister werden kann, denn das Heimspiel gegen Balingen werden sie wohl gewinnen, der wird sich das nicht mehr nehmen lassen.

Allerdings wird der TV Grosswallstadt am letzten Spieltag noch mal alles geben, um das Spiel zu gewinnen, egal ob sie dann noch um einen internationalen Platz spielen oder nicht.

Wenn man Schlagzeilen schreiben könnte, dass man am letzten Spieltag den sicher geglaubten Meister schlagen und ein anderes Team zum Titel führen kann, dann ist das Anreiz genug.

Ohnehin hätte die Bundesliga in diesem Jahr auch zwei Meister gebrauchen können. Man muss den Hut ziehen vor Hamburgs Leistung.

Der HSV hat endlich mal gezeigt, dass sie eine ganze Saison auf einem hohen Leistungsniveau spielen können. Dass sie das entscheidende Spiel nun nicht gewonnen haben, daran werden sie nächste Saison arbeiten.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem SPORT1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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