Florian Kehrmann benennt seine All-Star-Formation, aus der ein Ex-Lemgoer herausragt. Zwei Löwen und zwei Hamburger sind dabei.

Hallo Handball-Freunde,

eine an Spannung und Erfolgen kaum zu überbietende Saison geht zu Ende.

Nachdem die Liga beim All-Star-Game in Berlin die Auszeichnungen für den Spieler und den Trainer der Saison vergeben hat, stelle ich hier meine Top-Sieben der Saison vor - und den Akteur, der sich am meisten verbessert hat.

Die Trophäe als Spieler der Saison hat Filip Jicha vom THW Kiel völlig zurecht eingeheimst. Er war der kompletteste Spieler und hat mit einer Ausnahme in allen Spielen seine Leistung gebracht: der Niederlage in Lemgo, bei der er kein Tor erzielt hat und sehr genervt war. Jicha, von 2005 bis 2007 mein Teamkollege beim TBV, hatte auf Rückraum links am Kieler Meistertitel und Champions-League-Triumph beträchtlichen Anteil.

[image id="9c903238-65be-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Im rechten Rückraum ist für mich Olafur Stefansson die erste Wahl, auch wenn der Isländer von den Rhein-Neckar Löwen in den letzten Spielen nicht mehr die überragende Figur abgegeben hat.

Am schwersten ist es für mich, den Top-Mann für die Rückraum-Mitte zu benennen. Ich entscheide mich für Thomas Mogensen, auch wenn er teilweise auf Halblinks eingesetzt wurde. In der Mitte hat er überragend gespielt und die Flensburger klasse geführt.

Linksaußen ragt aus meiner Sicht Uwe Gensheimer heraus. Er hat nach einer durchwachsenen Saison 2008/09 nun eine beeindruckende Spielzeit hingelegt und gezeigt, wie groß sein Potenzial ist. Ich freue mich, dass ein deutscher Spieler derart bestimmend ist.

Auf meiner Rechtsaußen-Position war Torschützenkönig Hans Lindberg vom HSV der Beste. Er ist für die starke Saison des Pokalsiegers und Vizemeisters verantwortlich. Er ist ein sehr sicherer Siebenmeter-Schütze und hat auch aus dem Feld wichtige Tore gemacht.

Seinen Scherflein beigetragen zu den Hamburger Erfolgen hat aber auch Igor Vori, der mein Kreisläufer der Saison ist. Der Kroate kam neu in die Liga und hat trotzdem Akzente gesetzt.

Als Torhüter steht bei mir Goran Stojanovic am höchsten im Kurs. Er hat fast im Alleingang für den überraschenden fünften Tabellenplatz und den Europapokal-Sieg der Gummersbacher gesorgt.

Apropos Gummersbach: VfL-Coach Sead Hasanefendic ist von der HBL zum Trainer der Saison gewählt worden. Ich sehe da aber Alfred Gislason vorn. Wer Meisterschaft und Champions League gewinnt, ist automatisch Trainer der Saison. Den Umbruch nach 15 Jahren unter Noka Serdarusic hat man den Kielern überhaupt nicht angemerkt.

Aufsteiger der Saison ist für mich Göppingens Michael Haaß. Der Spielmacher hat in wichtigen Phasen Verantwortung übernommen und den größten Schritt nach vorne gemacht.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem SPORT1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel