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Deutschland mit Martin Strobel (M.) gewann das letzte Duell im Januar 2009 mit 27:22 © imago

Griechenland will Deutschland den Weg zur WM 2011 in Schweden verbauen. Vor den Playoffs gibt es Ärger um das Rückspiel.

Von Julian Meißner

München - Die Begeisterung der griechischen Delegation hielt sich in Grenzen, als Anfang Februar in Wien die Playoff-Paarungen für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 in Schweden ausgelost worden waren.

Während DHB-Präsident Ulrich Strombach sich über ein "schönes Los" freute, sagte Hellas-Coach Nikos Mantzos: "Das wird schwierig. Aber wir haben Hoffnung."

Deutschland geht als klarer Favorit ins erste Entscheidungsspiel am Samstag (17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Dortmund, dem das Rückspiel in einer Woche auf griechischem Boden folgt.

Warnung von Brand

Doch Heiner Brand sieht die Griechen als gefährlichen Gegner an. "Das Team hat sicher das Format einiger Nationen, gegen die wir bei der EM in Österreich angetreten sind", so der Bundestrainer über den Kontrahenten, der in der Qualifikation für die EM 2010 an Kroatien und Ungarn gescheitert war.

"Zum Glück kennen wir die Spitzenspieler aus der Bundesliga", meinte Brand.

Alvanos verletzt

Bekanntester Akteur ist nach dem Ausfall von Alexandros Alvanos (Lübbecke/Schulter-OP) Savas Karipidis, der HBL-Torschützenkönig von 2008/2009.

Der Rechtsaußen fiel jedoch in der abgelaufenen Saison nach einem Wadenbeinbruch fast die gesamte Hinrunde aus und wurde von seinem Landsmann Dimitrios Tzimourtos nicht adäquat ersetzt. Die beiden gehen wie Alexandros Vasilakis und Grigorios Sanikis für die MT Melsungen auf Torejagd.

"Für unsere Spieler wird das ein zusätzlicher Anreiz sein", bewertet Mantzos den Fakt, dass man sich aus der Bundesliga kennt. Zu der Melsunger Fraktion kommt Kreisläufer Giorgios Chalkidis von der HSG Wetzlar und Spyros Balomenos vom TSV Dormagen.

Erfolgreicher Test

Ohne seine Deutschland-Legionäre siegten die Griechen am vergangenen Wochenende in einem Test mit 28:23 (16:10) in Bosnien-Herzegowina. Mantzos zeigte sich zufrieden. "Es war ein guter Test für uns, da wir nur mit den Nationalspielern aus unserer Liga gespielt haben."

Alle griechischen Akteure sind entweder in Deutschland oder der heimischen Liga unter Vertrag. Ihre größten Erfolge erzielten die Hellenen bei den Olympischen Spielen im eigenen Land 2004 und bei der WM 2005 in Tunesien mit jeweils Platz sechs.

Fünf Teams sicher dabei

Die WM findet von 13. bis 30. Januar nächsten Jahres statt.

Qualifiziert sind neben Gastgeber Schweden und Titelverteidiger Frankreich durch ihre Platzierung bei der vergangenen Europameisterschaft Kroatien, Polen und Island.

Wenn es nach dem Gesetz der Serie geht, wird auch das DHB-Team ein Ticket lösen: In bislang sieben Begegnungen mit den Griechen ist Deutschland ungeschlagen.

Zoff um Rückspiel-Verlegung

Für Wirbel sorgt eine kurzfristige Änderung hinsichtlich des Rückspiels. Aufgrund von Sicherheitsbedenken stimmte die EHF einem Antrag des griechischen Verbandes zur Verlegung der Partie ins rund 170 km entfernte Drama zu.

Während des griechischen Pokalendspiels war es im eigentlich geplanten Austragungsort Pylaia zu Ausschreitungen gekommen.

"Das ist eine Frechheit und nicht hinnehmbar. Wir hatten alles organisiert. Man hätte uns zumindest in den Entscheidungsprozess mit einbinden müssen", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Man werde wegen der Entscheidung noch einmal den Kontakt zur EHF suchen.

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