Florian Kehrmann schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über die finanzielle Krise der Liga, den HSV und seinen TBV Lemgo.

Liebe Handball-Freunde,

schade, dass die Liga derzeit so viele Negativschlagzeilen macht. Nach dem Kollaps von Nordhorn und Essen ist nun auch Stralsund in Gefahr.

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Bei so vielen Problemfällen muss man überlegen, ob die Lizenzen vielleicht zu einfach vergeben werden. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als das Vergabe-Verfahren noch strenger zu machen.

Bei so vielen Problemfällen muss man überlegen, ob die Lizenzen vielleicht zu einfach vergeben werden. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als das Vergabe-Verfahren noch strenger zu machen.

Man kann natürlich immer wieder an die Vereine appellieren, nur so viel Geld auszugeben, wie sie haben. Aber offensichtlich scheint sich da nicht jeder dran zu halten.

Mancher Verein geht angesichts steigender Spielergehälter zu viel Risiko und rechnet mit Einnahmen, die noch nicht sicher sind, zum Beispiel bei den Zuschauergeldern. Wenn man dann von der Realität enttäuscht wird, ist es schwer, das alles zu finanzieren.

Sportlich gesehen hat mich überrascht, dass der Hamburger SV in Balingen rückfällig geworden ist. Eigentlich waren sie in den letzten Wochen auf einem guten Weg zu ihrem Anspruch, oben mitzuspielen.

Aber die Hamburger tanzen ja noch auf anderen Hochzeiten, stehen in der Champions League und im Pokal gut da.

Von daher ist es nicht ganz abwegig, wenn HSV-Präsident Andreas Rudolph schon länger durch die Aussage "Der Meisterschaftszug ist abgefahren" den Fokus auf die anderen Wettbewerbe lenkt. Aus dem Auge verlieren darf man die Liga aber auch nicht.

Mein TBV und ich haben in Kiel gesehen, wo bei unserer jungen Mannschaft die Grenzen liegen. Da hatten wir wirklich keine Chance, von Anfang an.

Aber zum Glück ist auch ein Zehn-Tore-Sieg für Kiel nur zwei Punkte wert, so dass die Lage aus meiner Sicht nicht ganz so schlimm ist, wie viele Leute nach dem Spiel gesagt haben.

Für uns war wichtig, direkt am Mittwoch wieder gegenzusteuern. Das haben wir gut gemacht und mit Göppingen eine Mannschaft, die auch um die Europapokal-Plätze mitspielen will, in die Schranken gewiesen. Noch ist nichts verloren!

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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