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Beim Landgericht Kiel ist das Hauptverfahren gegen Schwenker seit Januar 2011 eröffnet © imago

Die Anwälte des ehemaligen THW-Managers behaupten: Kiels Erzrivale aus Mannheim habe auf übelste Weise Millionen sparen wollen.

München - Die Verteidigung des ehemaligen THW-Kiel-Managers Uwe Schwenker hat schwere Vorwürfe gegen die Rhein-Neckar Löwen erhoben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In einer Presseerklärung vor dem Prozess, in dem Schwenker sich wegen des Betrugs- und Bestechungsverdachts rund um das Champions-League-Finale 2007 verantworten muss, pochen Dr. Michael Gubitz und Prof. Gereon Wolters nicht nur auf die Unschuld ihres Mandanten.

Sie bezeichnen es auf als "unverständlich, dass die Staatsanwaltschaft bislang keine Ermittlungen wegen Erpressung gegen Verantwortliche der Rhein-Neckar-Löwen eingeleitet hat".

Die Anwälte behaupten, die Löwen hätten "versucht, die geforderte Ablösesumme von drei Millionen Euro für Karabatic und Kavticnik auf 1,3 Millionen zu drücken", indem sie damit drohten, den Manipulationsverdacht zu streuen. (Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Die Nationalspieler Nikola Karabatic (Frankreich) und Vid Kavticnik (Slowenien) wechselten im Sommer 2009 gemeinsam für kolportierte 1,5 Millionen Euro zu Montpellier HB.

Gubitz und Wolters zitieren den Praragraphen 253 des Strafgesetzbuches, wonach demjenigen bis zu fünf Jahren Freiheitsstafe drohen, der durch Drohung mit einem empfindlichen Übel einen anderen zu einer Handlung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nach-teilzufügt, um sich zu Unrecht zu bereichern.

Auch eine versteckte Drohung der Veröffentlichung einer Behauptung könne eine Erpressung darstellen.

Gemeinschaftliche Bestechung?

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft sollen Schwenker und der frühere THW-Coach Zvonimir Serdarusic den polnischen Schiedsrichtern im Zuge des Champions-League-Finalrückspiels der Kieler gegen die SG Flensburg-Handewitt (29:27) im April 2007 einen höheren fünfstelligen Geldbetrag durch einen kroatischen Mittelsmann übergeben haben 78599(DIASHOW: Das Finale des Anstoßes). Beide bestreiten dies.

Im Gegensatz zu der Staatsanwaltschaft geht die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Kiel aber nicht von Betrug und Untreue, sondern von einer gemeinschaftlich begangenen Bestechung im geschäftlichen Verkehr aus. Damit ist eine geringere Erwartung des Strafmaßes verbunden.

"Beispielslose Lebensleistung"

Schwenkers Verteidigung glaubt, der Prozess werde nun zeigen, "dass Uwe Schwenker niemals Schiedsrichter bestochen oder jemanden betrogen hat".

Zudem verweist sie darauf, dass die besagte Partie korrekt gepfiffen worden sie, wie offizielle Beobachter vor Ort und eine von der EHF in Auftrag gegebenen unabhängigen Spielanalyse belegten.

Die Anwälte beklagen, Schwenkers persönliche Integrität sei in zahlreichen Medien angegriffen worden. "Schwenkers beispielslose Lebensleistung als Sportler und Manager, dem THW zu größten sportlichen und wirtschaftlichen Erfolgen verholfen zu haben, wurde durch Falschbehauptungen stark beschädigt."

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