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Holger Glandorf wird von deutschen und europäischen Topklubs umworben © getty

Sponsoren-Coup bei den Rhein-Neckar Löwen: Manager Storm spricht sich bei Sport1.de gegen Spielerkäufe aus. Eine Ausnahme gibt es.

Von Marc Ellerich

München - Es ist der größte Sponsoren-Coup in der noch recht jungen Vereinsgeschichte der Rhein-Neckar Löwen.

Und es ist, wenn man so will, der erste Triumph des badischen Fusionsklubs im Titelrennen der Handball-Bundesligisten.

Die dänische Kasi-Group, ein Produzent von Modeschmuck, wird die Rhein-Neckar Löwen von der kommenden Saison an für vier Jahre unterstützen. Es ist ein - für Handball-Verhältnisse - voluminöser Kontrakt - kolportiert wird ein siebenstelliger Betrag pro Jahr.

Kiel ausgebootet?

Offenbar konnte der badische Bundesligist beim Rennen um den höchst solventen Partner (der Umsatz für 2008 beträgt laut "Mannheimer Morgen" 130 Millionen Euro) in letzter Minute den THW Kiel ausbooten.

Ein gewichtiges Pfund, mit dem der Tabellen-Vierte der vergangenen Saison in den Verhandlungen wuchern konnte, war laut Löwen-Manager Thorsten Storm, der eigene Spielort, die Mannheimer SAP-Arena.

Ab 2009 werden die Arena und der neue Löwen-Sponsoren Partner sein.

"Wir sprechen nicht nur über Handball, wir sprechen über ein Gesamt-Portfolio, mit dem eine Million Menschen erreicht wird", sagte Storm gegenüber Sport1.

"Ein Quantensprung"

Anders als Arena-Geschäftsführer Daniel Hopp ("ein Quantensprung"), jubelt der Manager dennoch recht verhalten über den Deal. "Das bedeutet wirtschaftlich für uns weitere Möglichkeiten. Aber das bedeutet nicht, dass wir auf dem Transfermarkt den nächstbesten Spieler an uns binden werden."

Storm ist bewusst, dass das frische Geld im Umfeld sofort Erwartungen weckt, neue Top-Transfers zu tätigen.

Dem will er vorbeugen, wenn er sagt: "Wir haben gute Möglichkeiten, wir haben unsere Möglichkeiten verbessert. Aber wir nehmen nur Spieler, die zu uns passen." Und ein wichtiger Nachsatz: "Fürs nächste Jahr sind wir gut aufgestellt."

"Behutsam und strategisch"

"Behutsam und strategisch" solle das Team künftig verstärkt werden. Trotz der Belastung durch die Champions League werde es keine neuen Spieler-Verpflichtungen geben.

Womit vorerst auch das Werben um Nationalspieler Holger Glandorf eingestellt wäre - allerdings nur bis zum nächsten Sommer. Vor Olympia wurden die Gespräche auf Eis gelegt

Dennoch: Der Star der HSG Nordhorn bleibe "unser Wunschspieler", so Storm gegenüber Sport1.

Verbesserte Argumente

Dass auch die großen Drei aus dem Norden, Kiel, der HSV und Flensburg, um Glandorf werben, weiß der Manager natürlich. Storm hofft dennoch "dass er sich für uns entscheidet".

Wohl wissend, dass die Rhein-Neckar Löwen künftig über wesentlich verbesserte Argumente im Poker um den Weltklasse-Spieler haben

Storm gibt sich entsprechend selbstbewusst: "Jeder Spieler sieht ja, wie sich ein Verein entwickelt. Wir sind bundes- und europaweit ein sehr interessanter Partner".

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