Florian Kehrmann weiß aus leidvoller Erfahrung, was der künftige Füchse-Coach kann. Doch Sigurdsson habe einen Klotz am Bein.

Liebe Handball-Freunde,

Dass Jörn-Uwe Lommel bei den Füchsen zum Saisonende aufhört, darüber kann ich mich mir nur schwer eine Meinung bilden. Ich kenne die Hintergründe nicht.

So schlecht sind die Füchse ja nicht gestartet (DATENCENTER: Die Handball-Budesliga) . Ich vermute, der Wechsel ist ein langfristiger Schritt. Lommel trainiert die Füchse schon seit vier Jahren. Er hat viel mit den Berlinern erreicht. Vielleicht war die Zeit einfach reif für etwas Neues.

Gegen seinen Nachfolger, den Isländer Dagur Sigurdsson, habe ich oft gespielt, als er noch bei Wuppertal war. Er hat sehr viel Handballverständnis, das muss er versuchen, auf die Mannschaft zu übertragen.

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Sein erstes Match als Nationaltrainer der Österreicher hat er gewonnen. Gegen uns! So schlecht kann er ja nicht sein.

Gleichzeitig Coach einer Nationalmannschaft und Bundesliga-Trainer zu sein ist eine sehr große Belastung. Ich halte das für sehr, sehr schwierig, ja sogar für unmöglich.

Mal abwarten, wie sich Konstellation zu Sigurdssons Amtsantritt darstellt.

Nicht auszuschließen, dass die Füchse bald eine Spitzenposition im deutschen Handball einnehmen. Es ist zwar sehr eng da oben, aber die Berliner sind auf dem richtigen Weg.

Das gilt auch für die deutsche Nationalmannschaft im Hinblick auf die WM in fünf Wochen - auch wenn die Ergebnisse gegen Island 39421(DIASHOW: Dirigent an Krücken) eine andere Sprache sprechen. Das waren jedoch Freundschaftsspiele mit vielen jungen Spielern. Die Jungs wollen beim Debüt oft zu viel und da passieren auch mal Fehler

Bundestrainer Heiner Brand bekommt das noch hin. Aber, man muss sehen mit welcher Mannschaft wir in Kroatien antreten, erst dann können Ziele gesetzt werden.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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