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Torhüterin Maike März (vorne) führt bei der Meisterfeier des THC die Regie © imago

Der THC kürt sich im Herzschlag-Finish zum Meister - eine Premiere auch für den Freistaat. Dabei kam Gegenwind auch von der Liga.

Bad Langensalza - Nach ihrer finalen Rettungstat zog sich Maike März vor Freude die Hose aus, ihre Teamkolleginnen tanzten zu heißen Samba-Rhythmen und die Sektkorken flogen durch die Halle.

Ausgelassen feierten die Handballerinnen des Thüringer HC ihren ersten deutschen Meistertitel. Damit schafften sie zudem einen historischen Erfolg.

Zum ersten Mal gewann eine Mannschaft aus dem Freistaat eine Meisterschaft in einer olympischen Ballsportart.

"Wahrscheinlich feiern wir gleich ohne Pause bis Montag durch, die Nächte werden jedenfalls nicht zum Schlafen genutzt", sagte THC-Spielerin Nora Reiche.

Auswärtstore entscheiden Herzschlagfinale

In einem Herzschlagfinale entschieden am Ende erst die mehr geworfenen Auswärtstore die Finalserie gegen den Buxtehuder SV.

Weil der THC das Hinspiel mit 34:29 gewonnen hatte, konnte die 23: 28-Niederlage am Samstag in Bad Langensalza die Titelpremiere nicht mehr verhindern.

"Ich bin zum vierten Mal Meister geworden, aber diese Meisterschaft war mit Abstand die wahnsinnigste", sagte THC-Trainer Herbert Müller, der mit den 1. FC Nürnberg schon dreimal triumphiert hatte: "Über die gesamte Saison gesehen haben wir hochverdient den Titel gewonnen, aber es war ein hartes Stück Arbeit."

"Schweiß mit Bier, Wein und Sekt aufwiegen"

Torfrau Maike März rettete den Thüringern die Meistertrophäe, weil sie in letzter Sekunde einen Ball noch an den Pfosten lenkte. Nach der Schlusssirene brachen dann alle Dämme.

"Wir werden jetzt den ganzen Schweiß, den wir für den Titel vergossen haben, mit Bier, Wein und Sekt aufwiegen", sagte Müller. Noch in der Halle wurden zahllose Sektflaschen geköpft und die Spielerinnen schwangen zur Musik einer Samba-Band die Hüften.

Da hatte Matchwinnerin März längst ihre Torwarthose ausgezogen und rannte in Funktionsunterwäsche durch die ausverkaufte Salzahalle mit ihren 1100 jubelnden Fans.

Triumph trotz Gegenwind

Der Titelgewinn bedeutet für die Thüringerinnen zugleich die erste Qualifikation für die Champions League. "Wir freuen uns so sehr darauf. Diese Spiele haben ein ganz besonderes Flair und sind eine große Herausforderung", sagte Kapitän Kerstin Wohlbold.

Vor der Saison wurde das Team von Müller neu zusammen gestellt. Zehn neue Spielerinnen mussten zu einer Einheit geformt werden - und das gelang.

Allerdings gab es auch Gegenwind, weil vermutet wurde, dass der Verein über seine Verhältnisse lebt und Geld ausgibt, das er gar nicht hat.

Liga zunächst skeptisch

Von der Liga wurde der THC als einziger Verein dazu aufgefordert, die Spielerverträge offen zu legen. "Es hat sich von den Vorwürfen gar nichts bewahrheitet. Wir zahlen pünktlich unsere Gehälter und sind stolz auf unseren Erfolg", sagte Vereinspräsident Karsten Döring.

Trainer Müller schickte direkt nach dem Triumph eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Das soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir den Titel gewonnen haben."

Die nächste große Party könnten seine Frauen bereits am nächsten Wochenende feiern.

Beim Final-Four-Turnier in Göppingen kann der THC auch den Pokal gewinnen und das Double perfekt machen.

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