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Der Isländer Alfred Gislason ist seit 2008 Cheftrainer beim THW Kiel © getty

Der THW ist stolz auf den ersten deutschen Gewinn der Klub-Meisterschaft. Besonders der Sieg gegen die Spanier versöhnt Gislason.

Doha - Die deutsche Meisterschaft schon frühzeitig verspielt, das Final-Four-Turnier in der Champions League verpasst:

Die großen Titel muss der THW Kiel in diesem Jahr anderen Vereinen überlassen, doch bei den Trostpreisen räumte der deutsche Handball-Rekordmeister kräftig ab.

Dem Pokalsieg ließen die Kieler den Gewinn der Klub-WM folgen (Datencenter Handball).

"Wir sind sehr stolz auf diesen Titel, immerhin sind wir der erste deutsche Klub-WM-Sieger überhaupt", sagte THW-Geschäftsführer Uli Derad nach dem 28:25 (10:14)-Erfolg im Endspiel in Doha/Katar gegen den spanischen Titelverteidiger Ciudad Real.

Und weiter: "Der Titel ist nicht nur für den Briefkopf, sondern wir nehmen ihn sehr ernst. Wir freuen uns, dass wir dieses sehr intensive Finale gewonnen haben."

Omeyer freut sich über zwei Titel

Der Prestigesieg wurde zudem üppig belohnt. Neben der Trophäe erhielten die Kieler 400.000 Dollar Siegprämie.

"Wir haben unsere Saison jetzt mit zwei Titeln beendet, auch wenn wir nicht deutscher Meister und Champions-League-Sieger wurden", erklärte der französische Weltmeister Thierry Omeyer, der zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde.

Im Finale zeigte der Olympiasieger 18 Paraden und avancierte damit zum Matchwinner. Beste Werfer waren Kreisläufer Marcus Ahlm (7 Tore) und Nationalspieler Dominik Klein (6).

Gegen Ciudad "noch schöner"

"Es war sehr schön, diesen Titel zu gewinnen, noch schöner war es, den Titel gegen Ciudad Real zu gewinnen", meinte Kiels Trainer Alfred Gislason.

Der Isländer richtete den Blick aber gleich auf die abschließenden drei Spieltage in der Bundesliga: "Und jetzt konzentrieren wir uns auf die Liga, um uns direkt für die Champions League zu qualifizieren."

Hinter dem bereits feststehenden Meister HSV Hamburg kämpfen neben Kiel die Rhein-Neckar Löwen und die Füchse Berlin (alle 49:13 Punkte) um die direkte Qualifikation für die Königsklasse.

Verfahren gegen Gislason eingeleitet

Neben der Freude über den Super-Globe-Titel gab es auch schlechte Nachrichten für den THW.

Denn die Europäische Handball-Federation (EHF) hat ein Disziplinarverfahren gegen Kiel und Gislason eingeleitet. Das bestätigte EHF-Spielleiter Markus Glaser den "Kieler Nachrichten".

Gislason hatte den dänischen Schiedsrichtern Mads Hansen und Martin Gjeding nach dem Viertelfinal-Aus der Kieler gegen den FC Barcelona Anfang Mai Parteilichkeit vorgeworfen. Eine Stellungnahme zu dem Fall wurde laut Derad bereits abgegeben.

Gislason hatte mit Blick auf die Final-Four-Endrunde am 28./29. Mai in Köln gesagt: "Die EHF hat sicher kein Interesse daran, dass sich drei deutsche Vereine für das Final Four qualifizieren."

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