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Frank Bohmann, gelernter Volkswirt und Agrarökonom, sitzt seit 2004 der HBL vor © getty

Im Streit zwischen DHB und HBL um den Grundlagenvertrag ist ein versöhnliches Ende in Sicht. Es geht wohl noch ums Finanzielle.

Köln - Die Zerreißprobe im deutschen Handball steht kurz vor einem gütlichen Ende.

Bundesliga (Toyota HBL) und Verband (DHB) werden wohl noch im Sommer einen neuen Grundlagenvertrag unterschreiben, um den es einen monatelangen Streit gegeben hat.

"Es fehlen nur noch Kleinigkeiten zu einer Einigung, dabei handelt es sich um Marginalien im finanziellen Bereich", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach.

Ein passender Termin für die entscheidende Sitzung werde derzeit gesucht.

Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann ist ebenfalls "zuversichtlich", dass eine Einigung zustande kommt, verweist aber ausdrücklich auf die HBL-Mitgliederversammlung am 6. Juli, in der ligaintern letzte Details geklärt werden sollen.

"Vor dieser Versammlung wird es keinen Termin mit dem DHB geben", sagte Bohmann.

Task Force wurde auch thematisiert

Die HBL hatte den ursprünglich bis September dieses Jahres laufenden Vertrag im vergangenen Herbst fristgerecht zum 30. September 2011 gekündigt und damit einen Machtkampf angezettelt.

Dorn im Auge waren der Liga vor allem Vermarktungsstrategien des DHB im Allgemeinen und in Bezug auf die Nationalmannschaft im Speziellen.

"Wir hatten mehrere Verhandlungsthemen. Es ging um die Organisation und die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens sowie Fragen in der Rechts- und Spielordnung, zur Task Force der Nationalmannschaft und letztlich auch zu wirtschaftlichen Faktoren", sagte Bohmann.

Jährlich 511.000 Euro an den DHB?

Über welche konkreten Änderungen bereits Einigkeit herrscht, wollten beide Seiten noch nicht verraten.

Grundsätzlich regelt der Vertrag unter anderem Namens- und Vermarktungsrechte sowie den Geldfluss zwischen HBL und DHB. In der durch die Liga gekündigten Fassung sind angeblich pro Jahr 511.000 Euro von der Liga an den Verband geflossen.

Dafür hatte die HBL vor allem bei der Organisation ihrer höchsten Spielklasse weitgehend freie Hand.

Strombach will weiter machen

Bei einer Einigung steht auch der Verlängerung von Strombachs Vertrag als DHB-Präsident nichts mehr im Wege.

"Darüber, dass ich im Oktober wieder kandidiere, hat nie ein Zweifel bestanden. Wenn es so gewesen wäre, dass sich der deutsche Handball total auseinanderdividiert hätte, hätte ich vielleicht mal überlegt. Aber das wird nicht der Fall sein", sagte der Rechtsanwalt aus Gummersbach, der seit 1998 den größten Handball-Verband der Welt anführt.

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