Florian Kehrmann spricht über den verrückten Sieg gegen Flensburg. Der verblasst jedoch gegenüber einem noch größeren Glück.

Liebe Handball-Freunde,

das Duell mit Lemgo gegen Flensburg - ein richtig knappes Ding mit allen Emotionen.

Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, da das Spiel am Ende sehr auf der Kippe stand. Letztendlich haben wir es aber geschafft, die SG kämpferisch niederzuzwingen.

Dadurch haben wir endlich wieder im Gerry-Weber-Stadion gewonnen und bewiesen, dass wir auch gegen Spitzenmannschaften heimstark sein können.

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Für uns Spieler war der heraufbeschworene "Gerry-Weber-Fluch" übrigens nie ein Thema. Wir spielen genau so gern in Halle wie in Lemgo, beides hat seinen Anreiz.

Durch den Sieg sind wir weiter auf Platz zwei, als "Kiel-Jäger" sehe ich uns trotzdem nicht. (DATENCENTER: Die Handball-Budesliga).

Der THW spielt in dieser Saison bisher in einer anderen Liga, hat selbst gegen Spitzenteams noch kein wirklich enges Spiel gehabt.

Wir in Lemgo haben gewissermaßen die Hoffenheim-Rolle: Wir versuchen, so lange wie möglich oben zu stehen, aber unser erklärtes Ziel ist nicht die Meisterschaft. Stattdessen wollen wir die die erneute Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb schaffen und im aktuellen Europapokal so weit wie möglich kommen. Das wird schwer genug.

Überstehen wir den schwierigen Dezember, kann man vielleicht über eine Korrektur der Ziele nach oben reden.

Wichtiger als all das ist für mich aber, dass meine Tochter Liv Madeleine in der letzten Woche gesund zur Welt gekommen ist. Darüber bin ich überglücklich.

So etwas lässt einen viele Dinge ruhiger angehen und macht einem bewusst, was im Leben wirklich zählt.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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