Flo Kehrmann gönnt den Rhein-Neckar Löwen Großeinkäufe. In seiner Sport1.de-Kolumne fordert er mehr solcher Vereine.

Liebe Handball-Freunde,

Die Rhein-Neckar Löwen sind auf dem Sprung: Der Sieg im Pokal gegen Flensburg war ein "Big Point" und könnte ein erster Schritt zu einer Serie sein.

Zudem wurde mit Noka Serdarusic ein sehr kompetenter Trainer geholt, dazu braucht man sich nur seine Erfolge ansehen. Ich persönlich halte sehr viel von ihm.

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Vom Personal her haben die Badener schon jetzt gute Möglichkeiten, ich glaube aber, dass dort noch ein großer Umbruch folgen wird. Da werden vielleicht schon in den nächsten Wochen einige Überraschungen kommen, mit denen keiner gerechnet hat.

Eine davon scheint Olafur Stefansson zu werden. Für mich wäre das eine logische Entscheidung, so könnte es für ihn noch einmal bis ganz nach oben reichen. Ginge er hingegen in die dänische dritte Liga, würde der Weg wohl zu lang.

Die gesamte Entwicklung bei den Löwen sehe ich sehr positiv. Die Region ist handballverrückt und hat es verdient, dass dort so etwas aufgebaut wird.

Das Geld wird nicht nur in Spieler investiert, sondern auch in das Drumherum: Leistungszentrum, Internat, schöne Halle. So etwas kommt dann auch der Jugend zu Gute.

Je mehr professionelle Vereine von diesem Kaliber es in der Bundesliga gibt, desto besser.

Alles andere als rund läuft es hingegen in Flensburg. Nach der Liga-Pleite gegen Nordhorn ist die SG jetzt auch im Pokal ausgeschieden.

Dazu muss man aber auch sagen, dass Flensburg in den letzten Wochen harte Gegner auf dem Spielplan hatte und auch noch hat (Datencenter: Bundesliga).

Das geht an die Substanz und wenn man dann keinen Lauf hat, fehlt einem das Selbstvertrauen - da kann so eine Krise kommen.(DATENCENTER: Die Handball-Budesliga)

Das war bei uns in Lemgo zum Glück anders. Wir hatten ein gutes Programm, bei dem die schwierigen Gegner nie geballt nacheinander kamen.

Wenn wir jetzt noch die zwei wichtigen Auswärtspartien in Gummersbach und Melsungen gewinnen, wäre das ein großer Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation.

Überwintern wir dann mit fünf Minuspunkten, hätten wir trotz des Ausscheidens im Pokal mehr erreicht, als wir uns vorher erhofft hatten.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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