vergrößernverkleinern
Dr. Gerd Butzeck ist Geschäftsführer des Forum Club Handball und der Group Club Handball © imago

Zur Mallorca-Feier gibt es im Kieler Prozess widersprüchliche Aussagen. Laut Funktionär Butzeck war Schwenker "blitzeblau".

Kiel - Rotes Gesicht, große Augen, wilde Gesten - "blitzeblau" soll Uwe Schwenker nach Angaben des hochrangigen Funktionärs Gerd Butzeck bei der legendären Party auf Mallorca gewesen sein.

Am neunten Verhandlungstag im spektakulären Prozess um die angebliche Schiedsrichterbestechung im Handball bestritt der Zeuge und Schwenker-Freund Butzeck, dass der Ex-Manager des THW Kiel die Verschiebung bei der Fete auf der spanischen Ferieninsel zugegeben haben soll - und widerspricht damit den Aussagen anderer Zeugen.

Beim Strafprozess um Schiedsrichterbestechung im Handball wurde der Ton in der dreistündigen Verhandlung am Donnerstag rauer - und Schwenker verlor vorübergehend die Contenance.

"Uwe war völlig betrunken"

Zusammen mit Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic soll Schwenker das Champions-Legaue-Finale 2007 gegen Flensburg zugunsten des THW verschoben haben. Und das eben auf Mallorca auch lauthals kundgetan haben. "Das Thema Champions-League-Finale 2007 war eines unter hundert. Uwe war völlig betrunken", sagte Butzeck, Geschäftsführer des "Forum Club Handball" (FCH):

"Schwenker hat dummes Zeug geredet. Irgendwelche Geschichten über Einflussnahme von Schiedsrichtern, die weit zurückliegen. Welche das konkret sind, kann ich nicht sagen." (BERICHT: Mallorca-Party im Fadenkreuz)

Widerspruch zu Nielsen und Rudolph

Mit dieser Aussage widersprach Butzeck der Darstellung des Zeugen Jesper Nielsen. Der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen hatte bei seiner Befragung im September gesagt, Butzeck habe ihm erzählt, dass Schwenker im Gespräch mit Butzeck die Manipulation eingeräumt habe.

Nielsen war im Gegensatz zu Butzeck im Juli 2007 nicht bei der besagten Feier auf Mallorca dabei.

[kaltura id="0_3q7xsru2" class="full_size" title="Schwenker Verteidiger Es ist gut gelaufen "]

Im Gegensatz zum ehemaligen HSV-Präsidenten Andreas Rudolph. Auf dessen Finca sollen die brisanten Sätze gefallen sein. "Uwe Schwenker kam auf mich zu und sagte: Andreas, die Champions League werdet ihr nie gewinnen. Ich brauchte lange, um zu erfahren, dass dafür Schiedsrichter bestochen werden müssen", hatte Rudolph am 30. März 2009 öffentlich behauptet.

Butzeck nimmt Schwenker in Schutz

Vor Gericht wurde Butzeck zusätzlich mit der schriftlichen Stellungnahme von Manfred Werner konfrontiert. Auch der Ex-Gesellschafter der SG Flensburg-Handewitt hatte erklärt, Butzeck habe ihm gegenüber von den Vorgängen auf Mallorca berichtet.

"Das ist lächerlich. Ich habe an keiner Stelle gesagt, dass der Uwe etwas zugegeben hat", sagte Butzeck.

Schwenker verliert die Contenance

Schwenker reagierte unterdessen gereizt auf die vorgetragene Erklärung Werners. "Unverschämtheit" und "Laberbacke" entfuhr es dem Angeklagten. Richter Matthias Wardeck nahm den forschen Zeugen mit scharfem Blick und nach vorne gebeugter Haltung ins Kreuzverhör.

Das Fazit der Verteidigung fiel trotz der widersprüchlichen Angaben positiv aus. "Ich sehe den Vorwurf der Anklage in keinem Punkt bestätigt", sagte Schwenker-Anwalt Michael Gubitz.

Fortsetzung am 21. November

Weiter geht es in dem Mammut-Prozess am 21. November. Dann wird Thorsten Storm in den Zeugenstand treten.

Der Manager der Rhein-Neckar Löwen soll von Serdarusic von der angeblichen Bestechung erfahren haben. In einem Gespräch mit Butzeck während der Handball-WM im Januar 2009 soll auch von angeblichen Beweisen die Rede gewesen sein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel