Stefan Kretzschmar lobt in seiner Kolumne die Leistungen von Hens und der Füchse Berlin. Gummersbach ist in der Pflicht.

Hallo Handball-Fans,

die Füchse Berlin haben in Veszprem eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert. Überzeugt haben sie vor allem in der Defensive, aber das ist man ja bei ihnen gewohnt. Sie hatten sich aber auch für den Angriff ein gutes Konzept überlegt.

In der Abwehr hat Berlin Veszprems Marko Vujin aus dem Spiel genommen, indem die Füchse offensiver gedeckt haben. Der Rückraum ist dadurch nicht zur Entfaltung gekommen, das war im Hinspiel noch anders.

Veszprem musste aber auch mit Mirsad Terzic auf den verletzten Toptorschützen aus dem Hinspiel verzichten. Trotzdem haben sich die Füchse sehr gut verkauft, konzentriert gespielt und die Chancen eiskalt verwandelt.

Iker Romero hat man in der Schlussphase angesehen, dass er internationale Erfahrung hat und weiß, was zu tun ist. Neben Romero hat Silvio Heinevetter mit guten Paraden überzeugt und war erneut ein sicherer Rückhalt.

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Der HSV Hamburg hat zwar souverän gegen Wisla Plock und den TBV Lemgo gewonnen, dennoch bin ich der Meinung, dass diese Teams keine Gradmesser sind.

Plock ist eine Mannschaft, die man schlagen muss, das ist nicht das Nonplusultra der Champions League. Aber die Ergebnisse der letzten Spiele zeigen natürlich, dass der HSV sich in der Form der letzten Jahre befindet und sich gefunden hat.

Besonders freut es mich für Pascal Hens, der sich in ausgezeichneter Verfassung präsentiert. Er hat sich wieder einen Stammplatz erkämpft und setzt viele Akzente.

Was "Pommes" im Moment spielt, vor allem was er in Lemgo gezeigt hat, ist absolute Spitzenklasse. Dies ist natürlich ähnlich wie bei Holger Glandorf ein gutes Zeichen für die deutsche Nationalmannschaft.

Ähnlich wie beim HSV war es auch im Europapokal beim SC Magdeburg oder VfL Gummersbach.

Das waren Gegner, von denen keiner Angst haben muss. Solche Gegner müssen sie aus der Halle schießen, was sie auch getan haben.

Beide Teams sind auch nicht nachlässig in die Partie gegangen, sondern haben konzentriert gespielt. Das war okay, mehr aber auch nicht. Für die deutschen Mannschaften wird es erst ab dem Viertelfinale interessant.

Gummersbach muss allerdings nach den zwei Siegen im Europapokal zusehen, dass sie sich in der Liga fangen und vor der Partie gegen den Bergischen HC in optimale Form bringen.

Das ist ein entscheidendes Spiel für Gummersbach, das der VfL nicht verlieren darf - ein Vier-Punkte-Spiel. Wenn Gummersbach diese Partie verliert und Balingen punktet, dann wird es ganz eng.

Vor allem Balingen ist für mich eine Mannschaft, die zu Hause genügend Punkte sammeln wird, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun hat.

Andere Teams haben vielleicht im Personal mehr Qualität, aber Balingen macht das mit einer unglaublich engagierten Leistung, gerade vor heimischem Publikum, wieder wett. Davor ziehe ich den Hut!

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 38, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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