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Eduarda Amorim gewann mit Brasilien die panamerikanische Meisterschaft 2011 © imago

Die Brasilianerinnen streben bei ihrer Heim-WM nach einer Medaille. Profitieren könnten sie von der europäischen Spielkultur.

München - Brasilien klingt in erster Linie nach Sommer, Sonne und vor allem nach Fußball.

Ab Samstag liegt der Fokus allerdings auf einem anderen runden Leder, einem etwas kleineren - Brasilien ist erstmals Gastgeber einer Handball-Weltmeisterschaft der Frauen (ab Sa. LIVE im TV auf SPORT1) und will im eigenen Land für Furore sorgen.

"Wir haben eine sehr starke Mannschaft und wollen zeigen, dass wir mit den Top-Nationen der Welt mithalten können", sagte Chana Masson.

Sportverrückt und temperamentvoll

Für die 32 Jahre alte Torfrau, die an drei Olympischen Spielen teilgenommen hat und in der Bundesliga von 2005 bis 2007 für den HC Leipzig zwischen den Pfosten stand, ist die WM im eigenen Land das Größte.

"Wir haben eine der besten Mannschaften, in denen ich je gespielt habe", sagte Masson.

Mit den sportverrückten Zuschauern im Rücken und ihrem südamerikanischen Temperament wollen die brasilianischen Handballerinnen zu sportlichen Höhenflügen ansetzen.

Spielerinnen in Europa heiß begehrt

Und ihr Optimismus ist durchaus berechtigt.

Seit 1995 hat sich die Mannschaft des dänischen Trainers Morten Soubaek regelmäßig für die WM-Turniere qualifiziert und ist dabei kontinuierlich gewachsen.

Mittlerweile sind die brasilianischen Nationalspielerinnen in Europa heißbegehrt, allein beim achtmaligen Champions-League-Sieger Hypo Niederösterreich stehen acht Brasilianerinnen unter Vertrag.

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"In Europa die nötige Disziplin gelernt"

Die europäische Spielkultur kommt den mitunter heißblütigen Südamerikanerinnen zugute.

"Spielerisch und athletisch waren wir immer gut. In Europa haben wir jetzt auch die nötige Disziplin gelernt", sagt Masson.

Mit diesem Mix aus brasilianischer Lockerheit und europäischer Spielübersicht will der Panamerika-Meister möglichst weit nach oben, das bisher beste WM-Resultat von 2005 mit Platz sieben in Russland soll übertroffen werden.

Traum von der Medaille

"Der Druck ist groß, aber wir wollen nicht nur mitspielen", sagt Masson und ergänzt: "Wir haben den Traum von einer Medaille, und diesen Traum leben wir."

Die Experten trauen der brasilianischen Mannschaft einiges zu.

"Brasilien kann neben Montenegro die Überraschung der WM werden. Wenn sie optimal starten, können sie getragen vom Heimvorteil und ihrer Klasse bis ins Halbfinale kommen", sagt etwa Herbert Müller, Trainer des deutschen Meisters und Pokalsiegers Thüringer HC.

Lösbare Vorrunden-Gruppe

Zugute kommen dürfte dem Gastgeber auch die Gruppenauslosung.

Gegen Vize-Weltmeister Frankreich, Rumänien, Kuba, Japan und Tunesien sollten Masson und Co. keine Probleme haben, die Vorrunde zu überstehen.

Den Handball in Brasilien voranbringen

Die Brasilianerinnen verfolgen mit der WM im eigenen Land aber nicht nur ihren Medaillentraum.

"Handball ist in den Schulen vor allem bei den Mädchen sehr populär, es gibt aber keine professionellen Bedingungen. Der Handball in Brasilien wird erst richtig bekannt werden, wenn wir etwas Großes erreichen", sagt Masson.

Sie selbst will mit einer guten Leistung bei der WM dazu beitragen, dass der Sport in ihrem Land vorankommt.

Eben zeigen, dass Brasilien nicht nur Sommer, Sonne und Fußball ist.

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