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Markus Baur (hier mit Sohn Mika im Konfetti-Regen) feierte seinen aktiven Abschied © getty

Der Ex-Kapitän der Nationalmannschaft wird bei seinem Abschied noch einmal frenetisch gefeiert - und verhilft seinem Nachfolger zum Comeback.

Stuttgart - Als Markus Baur sich in den Ruhestand verabschiedete, wurde der Handball-Weltmeister von 6800 Zuschauern stürmisch gefeiert.

Unter tosendem Jubel bereiteten die deutschen Handballer ihrem früheren Kapitän einen emotionalen Schlussakt und gewannen zehn Tage vor dem WM-Auftakt ihr letztes "Heimspiel".

Die neuformierte Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand besiegte im Abschiedsspiel für Baur ein All-Star-Team 37:34 (15:19).

Am 17. Januar trifft die DHB-Auswahl bei der WM in Kroatien auf Russland.

"Etwas ganz Besonderes"

Sympathieträger Baur wurde in der Stuttgarter Porsche-Arena herzlich begrüßt und war von den zahlreichen Ehrungen überwältigt. "So ein Abschiedsspiel ist schon etwas ganz Besonderes", sagte der 37 Jahre alte Weltmeister, der am 27. Januar 2008 sein letztes von insgesamt 228 Länderspielen (712 Tore) bestritten hatte.

Inzwischen arbeitet Baur erfolgreich als Coach des Bundesligisten TBV Lemgo und wird mittelfristig sogar als Brand-Nachfolger gehandelt.

Vor ausverkauftem Haus besiegelten Rückkehrer Michael Kraus (7 Tore), Sebastian Preiß (5/beide Lemgo) und Pascal Hens (5/Hamburg) den Erfolg des amtierenden Weltmeisters, der das Duell für einige Experimente nutzte.

Deutschland steigert sich

Bei der mit etlichen aktuellen und ehemaligen Handball-Größen gespickten All-Star-Auswahl trafen Christian Schwarzer (5) und Stefan Lövgren (5) am besten. Baur selbst traf für das All-Star-Team viermal.

Auf der Test-Zielgeraden zeigte sich das Brand-Team im Vergleich zu den glanzlosen Siegen gegen Griechenland am Wochenende zumindest in der zweiten Halbzeit verbessert.

Dies nicht zuletzt, weil Kraus, Baurs Nachfolger als Kapitän, nach fast sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses ein gelungenes Comeback feierte.

WM-Generalprobe

Der 25-Jährige soll bei der WM endgültig aus dem Schatten seines jetzigen Vereinstrainers Baur heraustreten und den Titelverteidiger als Regisseur ins Halbfinale führen. "Ich bin auf jeden Fall jemand, der die Verantwortung tragen will.

Wir alle haben bei der WM viel vor und können theoretisch jeden schlagen", erklärte Kraus trotz des personellen Umbruchs voller Zuversicht.

Die WM-Generalprobe steigt für den bei den Olympischen Spielen enttäuschenden EM-Vierten von Freitag bis Sonntag. Dann sind bei einem Vier-Länder-Turnier in Algeciras/Spanien die Gastgeber sowie Portugal und Argentinien die deutschen Gegner.

Brand streicht Duo aus Kader

Einen Fingerzeig in punkto WM-Kader gab Brand bereits, als er den Kader für das Turnier in Spanien um zwei Spieler auf 17 Akteure reduzierte.

Brand strich Kreisläufer Manuel Späth (FA Göppingen) und Rückraumspieler Michael Haaß (GWD Minden), machte dem Duo aber noch Hoffnung auf eine WM-Teilnahme: "Ich möchte mich noch nicht festlegen. Erst nach der Rückkehr aus Spanien werde ich entscheiden, ob wir mit 16, 17 oder 18 Spielern nach Kroatien fliegen."

Bei der WM spielt Deutschland in der Vorrundengruppe C gegen Russland (17. Januar), Tunesien (18. Januar), Algerien (19. Januar), Mazedonien (21. Januar) und Vize-Welmeister Polen (22. Januar). Die jeweils ersten drei Teams der vier Sechsergruppen ziehen in die Hauptrunde ein.

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