Brand attackiert THW: Nichts für deutschen Handball getan
München - Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand hat zum Start der Bundesliga-Saison den deutschen Rekordmeister THW Kiel scharf kritisiert.
"Der THW hat seit über zehn Jahren keinen Nationalspieler hervorgebracht. Die sind der erfolgreichste deutsche Handballverein, ohne etwas für den deutschen Handball getan zu haben", sagte der 60-Jährige im Interview mit der "Mitteldeutschen Zeitung": "Ich glaube nicht, dass sich da noch etwas ändert und akzeptiere das."
THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt reagierte prompt auf Brands Vorwürfe und wies diese zurück: "Wir machen in der gesamten Welt Werbung für den Handball und haben mit unseren Erfolgen maßgeblich zur Popularität und zur Positionierung des deutschen Handballs beigetragen - auch in den Medien."
"Im Erwachsenenbereich kommt das nicht an"
Der THW Kiel setze immer wieder auch auf deutsche Nationalspieler, die sich in einer Weltklasse-Mannschaft weiter entwickeln und damit auch der Nationalmannschaft helfen können.
"Dominik Klein, Christian Sprenger, Christian Zeitz, Sebastian Preiß, Henning Fritz oder Klaus-Dieter Petersen sind oder waren als Kieler Spieler Säulen der Nationalmannschaft", sagte Elwardt.
Brand, mittlerweile Leiter der Nachwuchsförderung beim Deutschen Handball-Bund (DHB), verteidigte zudem die Ausbildung der jungen deutschen Spieler.
"Wir sind im letzten Jahr Junioren-Weltmeister geworden und gewinnen seit Jahren Titel. Aber im Erwachsenenbereich kommt das nicht an", sagte Brand.
Gefahr der erneuten Kieler Dominanz
"Die Vereine müssten sich intensiver mit den jungen Spieler beschäftigen und sie heranführen", forderte er. "Man kann nicht erwarten, dass die gleich Bundesliga-Niveau haben."
Für die anstehende Saison in der DKB Handball-Bundesliga sieht er erneut die Kieler als Topfavoriten an. Es bestehe "die Gefahr, dass der THW Kiel noch einmal die Meisterschaft dominiert." (VORSCHAU: Die Liga auf Zebra-Jagd)