vergrößernverkleinern
Grund zur Freude: Hassan Moustafa mit Hanniball, dem Maskottchen der WM 2007 © getty

Der Generalsekretär fordert jedoch weiter die Absetzung des Verbandspräsidenten. Die Dopingproben bei der WM fallen alle negativ aus.

Zagreb - Dem umstrittenen Handball-Weltverbandspräsidenten Hassan Moustafa ist auf der IHF-Ratssitzung das Vertrauen ausgesprochen worden, Generalsekretär Peter Mühlematter fordert aber weiterhin die Ablösung des Ägypters.

"Ich hatte nicht die Chance, alle Fakten auf den Tisch zu legen. Es gibt Beweise, die ich gar nicht in die Sitzung einbringen durfte. Aber ich mache weiter", sagte der Schweizer Mühlematter am Rande der WM in Zagreb.

Moustafa war bereits im September 2007 wegen des Verdachts finanzieller Unregelmäßigkeiten zum Rücktritt aufgefordert worden.

Auch wegen seines autoritären Führungsstils und seiner Haltung im Anti-Doping-Kampf steht der IHF-Präsident in der Kritik. (IHF manövriert sich ins Abseits)

Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Basel wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" gegen den Weltverband.

Mühlematter zum Rücktritt aufgefordert

Mühlematter will seinen eingeschlagenen Weg fortsetzen und weitere Beweise gegen Moustafa liefern. "Man kann den Eindruck haben, dass ich alleine kämpfe. Aber so alleine bin ich gar nicht", meinte Mühlematter.

Auf der Ratssitzung ist er allerdings zum Rücktritt wegen "der Beschädigung des Rufs des Handballs" aufgefordert worden. "Ich habe die Pflicht und die Verantwortung, ihnen reinen Wein einzuschenken", sagte Mühlematter und lehnte die Rücktrittsforderung ab.

Alle Dopingproben negativ

Moustafa teilte unterdessen vor dem Spiel um Bronze und dem Finale am Sonntag in Zagreb mit, dass alle 54 bislang entnommenen Dopingkontrollen bei der WM negativ waren.

Der Verband muss bei dem Turnier insgesamt 60 Kontrollen entnehmen. Angesichts von 24 Mannschaften allerdings eine vergleichsweise geringe Zahl.

Konflikt mit der WADA

Im Vorfeld der WM war berichtet worden, dass die IHF drei wesentliche Punkte des Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nicht erfülle und daher sogar der Ausschluss aus dem olympischen Programm drohe.

So gebe es nach Angaben der Dänin Inge-Lis Kanstrup, Mitglied der medizinischen Kommission des Verbandes, keine Vor-Wettkampf-Kontrollen und ein begleitendes pädagogisches Programm fehle ebenso wie unabhängige Anti-Doping-Kontrollen. Moustafa wies diese Vorwürfe zurück. (Moustafa wehrt sich)

Bei einem Meeting im März sollen zudem Lösungen gefunden werden, um das Problem der Teamsportarten bei der Meldepflicht gegenüber der individuellen Meldepflicht zu klären.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel