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Markus Baur (r.) und Sebastian Preiß gewannen 2007 gemeinsam den WM-Titel © getty

Die DHB-Auswahl muss in Peking auf ihren Spielmacher Markus Baur verzichten. Der feiert als Trainer den ersten Saison-Erfolg.

Von Rainer Nachtwey

München - Während die deutsche Nationalmannschaft in Peking um den Einzug ins Viertelfinale kämpft, hat Markus Baur bereits ein Endspiel gewonnen.

Der TBV Lemgo setzte sich mit Trainer Baur im Finale des Vorbereitungsturniers "Sparkassen Handballcup" in Rotenburg gegen die MT Melsungen mit 26:21 (14:13) durch.

"Mit unserem Turnier bin ich sehr zufrieden", freute sich Baur über die Leistungen seiner Mannschaft, auch wenn er bemerkte, "dass fünf Tage mit fünf Spielen bei unserem Kader ziemlich hart sind".

Aber das Wichtigste sei, dass das Turnier ohne Verletzungen abgeschlossen wurde.

Der langjährige Spielmacher der Nationalmannschaft hatte Bundestrainer Heiner Brand als Spieler in Peking abgesagt, um sich mit seiner Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten.

Melsungen besiegt Flensburg

Auch die unterlegenen Melsunger, die im Halbfinale noch die SG Flensburg-Handewitt mit 38:35 aus dem Rennen geworfen hatten, zeigten sich trotz der Niederlage zufrieden.

"Unsere Leistung war für den Stand der Vorbereitung sehr gut und wir sind froh, soweit gekommen zu sein", sagte Trainer Robert Hedin.

Enge Partie in Hälfte eins

Mit dem Start in die Final-Begegnung konnte Hedin allerdings alles andere als zufrieden sein.

Bereits nach fünf Minuten lag seine Mannschaft mit 0:4 im Hintertreffen. Doch die Melsunger kämpften sich zurück in die Partie und drehten einen 4:8-Rückstand in einen 8:8-Gleichstand.

Bis zur Halbzeitpause blieb es eng. Mit 14:13 für Lemgo ging es in die Umkleidekabine.

Rückhalt Keeper Lichtlein

In den zweiten 30 Minuten zeigte der TBV eine konzentrierte Leistung, während sich bei der MT vor allem in der Abwehr leichte Fehler einschlichen.

Zudem scheiterte Melsungen im Angriff immer wieder am überragenden Carsten Lichtlein, der zum besten Keeper des Turniers ausgezeichnet wurde.

"Ich bin total zufrieden. Wenn man bedenkt, dass uns viele Olympioniken gefehlt haben, haben wir das so nicht erwartet", sagte Lichtlein.

Nur sieben Feldspieler

Wie schwierig die personelle Situation derzeit in Lemgo ist, zeigt die Kaderstärke, mit der der TBV in Rotenburg angetreten ist. Nur sieben Feldspieler standen Trainer Baur zur Verfügung.

"Die Spieler, die übrig geblieben sind, mussten sich erst einspielen und dann hieß es fünfmal sechzig Minuten mit nur einem Auswechselspieler zu spielen. Das war ein ganz schöner Kräfteverschleiß", merkte Lichtlein an.

Hallencup statt Olympia

Allerdings war davon in Schlussphase nichts zu sehen. Durch den 19:21-Anschlusstreffer schöpften die Melsunger noch einmal Hoffnung, doch Lemgo setzte sich anschließend wieder ab und gewann am Ende souverän mit 26:21.

Mit fünf Treffern waren Sebastian Preiß, der von Bundestrainer Heiner Brand überraschend nicht in den Olympia-Kader berufen wurde, und Rolf Hermann beste Werfer.

Beim Verlierer trafen Vladica Stojanovic, Grigorios Sanikis und Savas Karipidis (jeweils 4 Treffer) am häufigsten.

Revanche am ersten Spieltag

Nun blicken beide Trainer bereits auf die anstehende Saison. "Jetzt warten noch zweieinhalb Wochen Vorbereitung bevor wir zum Saisonstart wieder auf die MT Melsungen treffen", sagte Baur.

Melsungens Trainer Hedin sieht aufgrund der fehlenden Spieler beim Gegner keinen Vorteil für seine Mannschaft. "Wir konnten zwar die Vorbereitung im Gegensatz zu Lemgo nahezu komplett zusammen spielen aber auch Lemgo bekommt zum Saisonauftakt gegen uns seine Spieler zurück. Und wir haben jetzt auch angeschlagene Spieler."

Dennoch schickte der Coach eine Kampfansage an den TBV. "Wir werden nach Lemgo fahren, um dort dann die zwei Punkte mitzunehmen."

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