In seiner Sport1.de-Kolumne spricht sich Florian Kehrmann dafür aus, dem Gezerre um Nikola Karabatic bald ein Ende zu machen.

Liebe Handball-Freunde,

der Sieg gegen Wetzlar ist für den TBV sehr wichtig gewesen. Nach der Partie gegen Stralsund wussten wir nicht so richtig, wo wir stehen. Nach unserem holprigen Auftakt hat Martin Galia uns dann in der zweiten Halbzeit richtig gerettet mit seiner sehr guten Leistung. Und dann haben wir den Streifen so runtergespielt, dass es am Ende gereicht hat.

Wir sind weiterhin Zweiter in der Tabelle und wollen das auch halten. Doch vor uns stehen jetzt erstmal zwei wichtige Aufgaben im Achtelfinale des EHF-Cups am Samstag und Mittwoch (DATENCENTER: Der EHF-Cup), da spielen wir gegen Bjerringbro-Silkeborg, den Tabellenführer aus Dänemark. Da wird uns alles abverlangt und ich hoffe, dass wir da weiterkommen, denn das Finale im Europapokal zu erreichen, ist ein großes Ziel von uns.

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Im Anschluss daran steht das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen auf dem Programm, und das wird den Ausschlag geben, ob man länger dort oben in der Tabelle stehen bleibt. Wenn wir das gewinnen, sind wir schon ein ganzes Stück weiter.

Bei den Löwen kommt momentan ja auch das Hin und Her um Nikola Karabatic hinzu. Zwar kenne ich nicht alle Hintergründe, doch wenn man Verträge macht, dann nicht nur um etwas auf dem Papier stehen zu haben.

Die Verträge sollen dem Verein Planungssicherheit geben. Ob da ein Versprechen im Raum stand, dass Trainer Noka Serdarusic gehalten wird, kann ich nicht sagen.

Es ist manchmal auch so, dass ein Klub Veränderungen braucht. Und sportlich hat der Trainerwechsel dem THW auch ganz gut getan, denn sie ziehen einsam ihre Kreise. (DATENCENTER: Die Handball-Bundesliga)

Nikola hat in Kiel einen Vertrag unterschrieben und den sollte man erfüllen. Mit Sicherheit hat jeder seinen Lieblingstrainer, wobei bei Karabatic hinzukommt, dass ihn eine enge Freundschaft mit Serdarusic verbindet. Doch Handball ist kein Wunschkonzert.

Ich bin grundsätzlich jemand, der sagt, Verträge sind da, um erfüllt zu werden. Spieler sollten nicht einfach ein, zwar Jahre vorher aus ihrem Vertrag herausgekauft werden, denn dann gibt es immer Probleme, und letztlich wird der Spieler dann meist auch vorzeitig gehen.

Ich glaube allerdings nicht, dass das Ganze eine Retourkutsche der Löwen in Richtung Kiel ist, die ja in den letzten Jahren immer fleißig auf dem Transfermarkt tätig waren.

Solche Wechsel sind mittlerweile Gang und Gäbe in der Liga, deshalb sollten die Klubs eine Lösung finden, die für beide einigermaßen in Ordnung geht. Denn sonst würde man dem Handballsport auf Dauer schaden.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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