In seiner Sport1.de-Kolumne schreibt Florian Kehrmann über die Pleite der Nordhorner und den Wechsel von Holger Glandorf.

Liebe Handball-Freunde,

ich freue mich natürlich, dass der TBV Holger Glandorf verpflichtet hat. Zumal wir ja schon einmal an ihm dran waren, was dann leider scheiterte. Ich bin sicher, dass er uns in der Rückrunde helfen kann. Holger ist nicht nur in Deutschland der dominierende Mann im rechten Rückraum sondern zählt auch weltweit zu den Besten.

Sicherlich hat das Umfeld bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt, Lemgo ist ähnlich wie Nordhorn eine Kleinstadt. Und die sportliche Perspektive stimmt absolut - immerhin haben wir die Champions League im Visier.

Die Pleite der HSG war für mich übrigens abzusehen. Sie haben über ihre Verhältnisse gelebt.

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Nach der wichtigen Partie gegen Silkeborg im EHF-Cup am Mittwoch (Datencenter: Ergebnisse EHF-Pokal) steht am Wochenende für uns mit der Heimpartie gegen die Rhein-Neckar Löwen ein absolutes Schlüsselspiel in der Bundesliga an.

Auch für Holger wird das ein spezieller Tag: Am Wochenende war im Grunde klar, dass er dieses Spiel bestreiten wird, nur noch nicht, auf welcher Seite?

Ich bin heilfroh, dass er nun für uns aufläuft. Inwiefern er uns direkt helfen kann, muss man abwarten. Alleine wird er das Spiel sicher nicht gewinnen.

Ein Vorteil ist sicher, dass er einige Spieler schon aus der Nationalmannschaft kennt, das wird seine sportliche Eingewöhnung erleichtern.

Aber einfach ist die Situation nicht: Alles ging plötzlich ganz schnell, eine Menge neue Einflüsse strömen auf den Spieler ein und alle gucken auf ihn. Das muss er ausblenden, auch wir als Mannschaft müssen das.

Eins steht fest: Die Halle in Lemgo wird brennen! Ich werde schon seit Wochen von aller Welt angesprochen, ob ich noch Karten für das Spiel organisieren kann. Die Löwen werden ein heißes Pflaster betreten.

Und wir haben ja beim Hinspiel schon einen Punkt entführt. Jetzt wollen wir natürlich beide Zähler bei uns behalten und einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation machen.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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