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Uwe Schwenker war bis Anfang April 2009 Geschäftsführer beim THW Kiel © getty

Im Prozess wegen des Untreue-Vorwurfs wird der frühere Kieler Manager endgültig freigesprochen. Schwenker hofft aufs Comeback.

Kiel - Nach vier langen Jahren vor Gericht steht einer Rückkehr von Uwe Schwenker in den Handball nichts mehr im Weg.

Das Kieler Landgericht sprach den früheren Manager des Rekordmeisters THW Kiel am Mittwochabend vom Vorwurf der Untreue frei.

Damit wurde Schwenker auch im letzten noch offenen Anklagepunkt vollständig entlastet.

"Das schnelle Ende überrascht mich doch, aber ich habe nichts anderes erwartet", sagte Schwenker nach dem insgesamt 23. Verhandlungstag im Kieler Landgericht. Zuvor hatte Staatsanwalt Axel Goos nach einstündigem Plädoyer völlig überraschend selbst auf Freispruch plädiert.

Gislason gratuliert

Der 54-Jährige verließ damit mit weißer Weste den Gerichtssaal und darf mehr denn je auf eine Rückkehr in den Handball hoffen.

"Ich bin ein Kind des Handballs, doch ich hatte mir vorgenommen, diese Sache erst mal zu Ende zu bringen", sagte Schwenker.

Einer der ersten Gratulanten war Kiels aktueller Trainer Alfred Gislason.

Langer Prozess

Mit dem Freispruch endete für Schwenker ein wahrer Prozess-Marathon. Die Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft gegen ihn hatten im März 2009 begonnen.

Nachdem er und der frühere THW-Trainer Noka Serdarusic im Januar 2012 freigesprochen worden waren, wurde der Freispruch Schwenkers im Anklagepunkt der Untreue aus dem Januar 2012 vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

Die Staatsanwaltschaft hatte Revision beantragt. Der Freispruch vom Vorwurf der Bestechung und des Betrugs hatte allerdings Bestand.

Schwenker sieht "Medienhetze"

"Öffentlich bin ich von vielen massiv vorveruteilt worden. Es gab keine Unschuldsvermutung", sagte Schwenker kürzlich und sprach von einer "Medienhetze" gegen seine Person: "Es gab viele Leute, die inzwischen Abbitte geleistet haben."

Schwenker hatte stets seine Unschuld beteuert. Bereits vor seiner Entlastung hatte Schwenker durchblicken lassen, in den Sport zurückkehren zu wollen.

"Man braucht den Freispruch, um wieder ambitioniert im Handball tätig zu sein. Der Prozess kommt einem Berufsverbot gleich", hatte Schwenker gesagt.

"Mein Herz hängt am THW"

In Handballkreisen war zuletzt viel spekuliert worden über seine Zukunft.

Schwenker als Präsident zum Deutschen Handballbund (DHB), Schwenker als Manager nach Hamburg, und sogar eine mögliche Rückkehr zum deutschen Rekordmeister Kiel wurde heiß diskutiert.

"Mein Herz hängt immer am THW", sagte Schwenker und berichtete von engen Kontakten zum dreifachen Champions-League-Sieger.

Dass der Kieler Trainer Gislason bei Schwenkers Hochzeit im vergangenen Spätsommer Trauzeuge war, ist kein Geheimnis.

Schwenker bestätigt Anfragen

Doch auch andere Klubs hatten zuletzt ihre Fühler nach dem Mann ausgestreckt, der als Manager zwischen 1994 und 2009 zwölf Meisterschaften, sechs Pokalsiege und vier Europacuptitel an die Kieler Förde holte.

"In den vergangenen Jahren gab es von einigen Klubs immer mal Anfragen", bestätigte Schwenker.

Die könnten jetzt plötzlich sehr konkret werden.

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