Stefan Kretzschmar ist vom Auftritt der Hamburger in der Champions League begeistert. Kiel verspricht er einen heißen Tanz.

Hallo Handball-Fans,

der HSV ist für mich die Mannschaft der Rückrunde. Deshalb werden die Hamburger auch das Final Four in der Champions League erreichen. Sie lassen sich zu Hause den Sechs-Tore-Vorsprung aus dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Flensburg nicht mehr nehmen.

Sie waren super routiniert, sollten jetzt aber nicht arrogant und hochnäsig auftreten. An einen Husarenritt der Flensburger zu glauben, fällt mir jedenfalls schwer.

Flensburg hat zwar eine homogene Mannschaft, ist aber zu sehr auf herausragende Leistungen ihrer Torhüter angewiesen. Mattias Andersson und Sören Rasmussen haben in den vergangenen Spielen das Tor praktisch zugenagelt. Gegen den HSV hat Andersson aber nicht zu seiner überragenden Form gefunden.

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Dem HSV traue ich in der Bundesliga sogar noch den Sprung von Platz fünf auf die Champions-League-Ränge zu.

Was den Manager-Posten beim HSV angeht, würde ich den ehemaligen Fußball-Torwart Frank Rost für eine sehr gute Lösung halten. Nicht weil ich mit ihm befreundet bin, sondern weil er ein sehr ehrlicher und geradliniger Typ ist.

Der Verein müsste ihm ein Jahr den Rücken frei halten und ihm diese Zeit geben, um im Handball Fuß zu fassen. Da er aus einer Handball-Familie stammt, ist er in dieser Sportart ja auch nicht unbeleckt.

Für den THW Kiel hingegen wird es in der Champions League nach dem knappen Sieg gegen Veszprem sehr schwer. Das 32:31 war eines der besten Handball-Spiele, die ich seit langem gesehen habe. Die Ungarn um den überragenden Laszlo Nagy haben das Zeug, den Wettbewerb zu gewinnen.

Die Ausgangsposition für das Rückspiel ist sehr schwierig. Ich habe selbst schon mal in dem Hexenkessel von Veszprem ein Champions-League-Finale gespielt. Ich weiß, was da los ist. Das ist einer der schlimmsten, die es im Welthandball gibt.

Dort wartet für die Kieler die ultimative Herausforderung. Dennoch bleibt für mich der THW der Favorit.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 40, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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