Stefan Kretzschmar ist begeistert von der Nervenstärke des THW in der Champions League. Aber auch dem HSV traut er alles zu.

Hallo Handball-Fans,

in der Champions League haben es zwei deutsche Teams ins Final Four geschafft. Das ist mehr als erfreulich.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Flensburg nach der Pleite im Hinspiel gegen Hamburg noch einmal so zurückkommt. Zwischenzeitlich lag Flensburg sogar mit sieben Toren vorne, und es sah so aus, als würde Flensburg ins Final Four einziehen.

In der Endphase des Spiels hat Flensburg aber dann doch zu viele Fehler gemacht.

Hamburg hat das Spiel dann relativ souverän zu Ende gebracht und zieht letztlich verdient ins Final Four ein - wie auch der THW.

Vor den Kielern muss man den Hut ziehen. Der Sieg in der Hölle von war extrem stark.

Auch wenn die Ungarn ziemlich mit den Schiedsrichtern gehadert haben, denke ich, dass der Sieg der Kieler verdient ist. Sie haben sich in beiden Spielen einen Tick stärker präsentiert und eine unglaubliche Nervenstärke bewiesen.

Für mich war Veszprem der Geheimfavorit auf den Champions-League-Sieg - umso größer ist die Leistung des THW einzuschätzen.

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Kiel ist jetzt sicherlich mit Barcelona zusammen Topfavorit auf den Titel. Die Katalanen haben mit dem Sieg gegen Madrid ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und sind ohnehin sehr eingespielt.

Die Hamburger können an einem sehr starken Tag aber auch Kiel und Barcelona schlagen, dennoch sehe ich sie nicht ganz auf einer Höhe mit den beiden Top-Teams. Kielce hat aus meiner Sicht nur Außenseiterchancen.

In der Champions League mitmischen wollen in der nächsten Saison auch wieder die Füchse Berlin. Dafür wäre ein Sieg im Bundesliga-Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen extrem wichtig.

Für mich sind die Füchse Favorit gegen die Löwen, vor allem weil sie in eigener Halle spielen, aber auch weil sie eine längere Ruhepause hatten. Die Löwen haben ja im Europacup erst am Samstag gegen Magdeburg gespielt.

Bei den Löwen eine feste Größe und auch in der Nationalmannschaft extrem wichtig, ist Oliver Roggisch. Am Samstag testet das Team von Martin Heuberger gegen Slowenien. Von der Rückkehr des genesenen Abwehrchhefs kann die Mannschaft nur profitieren.

Auch wieder mit dabei ist Holger Glandorf. Nach mehr als einem Jahr gibt der Flensburger sein Comeback im Nationalteam.

Es wäre wirklich schade gewesen, wenn der Nationaltrainer weiterhin auf einen solch starken Spieler verzichtet hätte. In der Form, in der er sich momentan befindet, ist Glandorf unverzichtbar.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 40, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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