In seiner Sport1.de-Kolumne schreibt Florian Kehrmann über den tragischen Todesfall von Sebastian Faißt und die Vorwürfe gegen den THW.

Liebe Handball-Freunde,

die Nachricht vom Tode Sebastian Faißts hat mich wirklich mitgenommen, auch wenn ich ihn persönlich nicht kannte. Mein Beileid gilt den Angehörigen.

Am Samstag hätten wir mit dem TBV gegen ihn als Dormagener gespielt. Es ist eine furchtbare Situation.

Ich war schließlich selber mal Junioren-Nationalspieler und kenne den Mannschaftsarzt Kurt Steuer auch recht gut.

Für die Angehörigen und auch den DHB-Tross um Trainer Martin Heuberger wird diese traurige Geschichte schwer zu verarbeiten sein.

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Da gerät das eigene Schicksal ganz schnell in den Hintergrund. Ich persönlich schlage mich beispielsweise gerade mit einer lapidaren Grippe herum und bin die meiste Zeit an die Couch gefesselt.

Natürlich habe auch ich die Berichterstattung über den Bestechungsverdacht beim THW Kiel verfolgt.

Sollte da wirklich etwas vorgefallen sein, wäre das natürlich ein absoluter Skandal. Wenn nicht, ist die ganze Vorgehensweise nicht förderlich für den Handball. Und wenn Uwe Schwenker sagt, es wurde niemand bestochen, dann glaube ich ihm das.

Natürlich ist jeder Sport, in dem es um eine Menge Geld geht, anfällig für Manipulationen. So wie sich der Handball entwickelt hat, ist die Gefahr, dass jemand betrügen will, sicher da.

Davon sind die Spieler nicht ausgeschlossen. Wenn sich jemand vornimmt, ein Spiel zu verlieren, dann könnte man das durchaus.

Ich halte dennoch nicht viel von diesen ganzen Diskussionen. In der Liga ist es momentan Mode, Meinung zu diesem und jenem zu machen.

Traurig ist wirklich, dass wir nach den Klub-Insolvenzen jetzt schon wieder negative Schlagzeilen haben. Das ist einfach schade, gerade nach der tollen Leistung der Nationalmannschaft bei der WM im Januar und der damit verbundenen Euphorie.

Wir sollten uns darauf konzentrieren, den Handball mit guten sportlichen Leistungen nach vorne zu bringen.

Das schafft man nicht, in dem man andere beschuldigt, ohne Beweise zu haben.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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