vergrößernverkleinern
Leon Kalin soll 2004 einen Europapokal-Sieg von Gorenje Velenje eingefordert haben © getty

Ein Referee sagt, er habe eine unmoralische Ansage aus Slowenien erhalten. Der angebliche Anrufer machte Karriere bei der IHF.

Von Michael Spandern

München - Der europäische Verband EHF, bei der Entwirrung des kontinentalen Manipulationsdickichts ohnehin nicht übereifrig, gerät nun in Verdacht, eine frühzeitige Aufklärung verhindert zu haben.

Der ehemalige Schweizer Schiedsrichter Michele Falcone behauptet, im März 2004 detaillierte Meldung zu einem Bestechungsversuch eines Top-Referees gemacht zu haben. ("Alkohol, Essen, Geld oder Frauen")

Wie der "Spiegel" in seiner Online-Ausgabe berichtet, meldete Falcone einen Anruf des Slowenen Leon Kalin, der die Anweisung gab, dass RK Gorenje Velenje das Halbfinal-Hinspiel im Europapokal der Pokalsieger bei BM Valladolid gewinnen müsse.

Meldung an den EHF-Generalsekretär

Falcone habe das Telefonat abgebrochen und das Vorkommnis dem Deutschen Gerd Butzeck angezeigt, der als EHF-Delegierter bei der Partie war und zufällig Zeuge des Gesprächs wurde.

Butzeck behauptet, den Generalsekretär des Verbands, Michael Wiederer, kurz darauf am Telefon von dem Vorfall unterrichtet zu haben. (EHF-Umfrage: Neue Verdachtsfälle)

Wiederer habe erklärt, er werde sich persönlich um den Vorfall kümmern, wie Butzeck schildert.

Kandidat für eine Präsidentschaft

Wiederer sagte dem "Spiegel", er könnte sich an Butzecks Anruf nicht erinnern und wollte sich nicht weiter äußern.

Butzeck schickte nun am Freitag, mehr als fünf Jahre nach dem angeblichen Manipulationsversuch, ein Schreiben an die EHF-Zentrale in Wien, in dem er den Vorwurf gegen Kalin wiederholte. Kalin will von besagtem Gespräch nichts wissen. ("Es will doch keiner Ehrlichkeit")

Pikant: Kalin machte nach seiner Referee-Laufbahn als Funktionär bei der IHF Karriere und stellte sich beim Verbandskongress im Sommer als Präsident der Wettbewerbskommission zur Wahl.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel