In seiner Kolumne sagt Florian Kehrmann, wie die Bestechungslawine den Alltag der Handballer belastet. Er fordert Aufklärung.

Liebe Handball-Freunde,

Leider Gottes bestimmt der Manipulationsskandal derzeit den Handballsport.

Wir Spieler werden von diversen Leuten darauf angesprochen - ob das beim Einkaufen ist oder beim Spazierengehen. Sie wollen wissen, was wir selbst davon halten. Ob das stimmt, ob das nicht stimmt, ob das bei unseren Spielen schon vorgekommen ist und so weiter und so fort.

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Alles was bei diesem Thema auf den Tisch kommt, schadet dem Handball. Aber trotzdem ist mir wichtig, dass es aufgeklärt wird. Ich hoffe, dass von den Vorwürfen nicht allzu viel stimmt. Aber auch wenn es stimmen sollte, es muss aufgeklärt werden.

In der Mannschaft ist das bei uns weit weniger Thema als in den Medien. Wir diskutieren zwar auch darüber, aber meist nur kurz, wenn es Neuigkeiten gibt.

Von Vereinsseite her hat man mit uns nicht groß darüber geredet. Muss man meiner Meinung auch nicht. Wir haben keine Verhaltensvorschriften wie einen Maulkorb zu diesem Thema erhalten. Schließlich sind wir alle ja alt genug.

Und müssen uns ums Sportliche kümmern. Wir haben das Wochenende frei, bevor dann am Mittwoch das wichtige Spiel beim HSV Hamburg ansteht.

Ich denke, wir haben einen Vorteil gegenüber den Hamburgern: Der HSV hat vor unserem Aufeinandertreffen noch das schwere Champions-League-Rückspiel gegen Flensburg vor sich. Die müssen sich darauf vorbereiten und haben weniger Regenerationszeit.

Wir dagegen können uns ausruhen und uns konzentriert auf die Begegnung vorbereiten. Die Unterbrechung sollte kein Problem für uns darstellen. Vor allem die Nationalspieler, die mit ihren Teams auf Länderspielreise waren, dürften davon profitieren.

Mit der taktischen Vorbereitung beginnen wir erst ein, zwei Tage vor dem Hamburg-Spiel. Zuvor werden zwar auch vorbereitende Übungen durchgeführt, aber es stehen vermehrt die Fitnessgrundlagen auf dem Programm.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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