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Jackson Richardson war bei Olympia 2004 in Athen Fahnenträger Frankreichs © imago

Die Rhein-Neckar Löwen bestätigen die Verpflichtung des Franzosen. Er kann schon gegen Hamburg eingesetzt werden.

Von Julian Meißner

München - Transfer-Sensation in der Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen holen Superstar Jackson Richardson zurück aus dem Ruhestand.

Was Sport1.de vorab berichtete, bestätigte Löwen-Manager Thorsten Storm am Rande des Bundesliga-Spiels der Löwen beim VfL Gummersbach am Sonntag.

Der mittlerweile 39-jährige Franzose kann als "Pensionär" ab sofort eingesetzt werden und erhält einen Vertrag bis Saisonende.

"Mit Jackson Richardson haben wir einen erfahrenen Regisseur geholt, der uns mit Sicherheit weiterhelfen kann", erklärte RNL-Trainer Wolfgang Schwenke.

Richardson, Welthandballer von 1995, spielte zuletzt in der französischen Liga bei Chambery, wo er 2008 seine Karriere eigentlich beendete.

Nur noch "Ruheständler" zu haben

Die Löwen reagieren mit der Verpflichtung von "Jack" Richardson auf den Ausfall von Spielmacher Grzegorz Tkaczyk, der am Außenmeniskus des linken Knies operiert werden musste, sowie die Verletzung Sergej Schelmenko (Bandscheiben-Operation).

"Da jetzt zwei Rückraumspieler langfristig ausfallen, droht uns ein Tanz auf der Rasierklinge", hatte Storm noch vergangene Woche nach dem Triumph im Viertelfinale der Champions League gegen Medwedi Moskau im Interview mit Sport1.de erklärt. (Löwen stürmen ins Halbfinale)

"In der Bundesliga und dem Pokal haben wir ja auch noch Ambitionen. Aber die Regularien bieten nicht mehr viel Spielraum: Seit dem 15. Februar dürfen wir nur noch 'Ruheständler' verpflichten. Da stellt sich die Frage, ob ein Spieler helfen kann, der nicht mehr im Profibereich aktiv ist", so Storm.

Rastamann von La Reunion

Im Falle Richardsons dürfte die Frage trotz seines fortgeschrittenen Alters zu bejahen sein.

Der Ausnahmespieler glänzte in seiner Blütezeit zum einen als beweglicher Deckungsspezialist auf der vorgezogenen Position, zum anderen als kreativer Spielmacher mit glänzendem Auge.

Wie der Weltmeister und Ex-Gummersbacher Daniel Narcisse stammt Richardson aus dem französischen Übersee-Department La Reunion im Indischen Ozean.

Fahnenträger bei Olympia

Seine Profikarriere startete er 1989 in Frankreich bei Asnieres, von wo er 1991 zu OM Vitrolles wechselte.

In der Bundesliga war der Mittelmann, der bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 in Athen die französische Flagge trug, dann von 1997 bis 2000 beim TV Großwallstadt aktiv und gewann in seinem letzten Jahr bei den Unterfranken unter Trainer Peter Meisinger den City-Cup.

2000 wechselte Richardson dann nach Spanien zu Portland San Antonio, von 2005 bis 2008 war er schließlich in Chambery aktiv.

Handballer des Jahrhunderts

Die Titelsammlung des Ausnahmetalents ist beeindruckend: Richardson wurde unter anderem mit Frankreich zweimal Weltmeister (1995 und 2001) und gewann mit Pamplona die Champions League (2001). Mit Portland holte er zudem 2001 den spanischen Pokal sowie zweimal die Meisterschaft.

In Frankreich wurde der rastabelockte Wirbelwind sogar zum "Handballer des Jahrhunderts" gewählt. Mit 417 Länderspielen (775 Tore) ist "Jack" zudem Rekord-Nationalspieler seines Landes. (Alle Handball-News)

Seine künftigen Mitspieler bei den Löwen dürfen sich auf spektakuläre Anspiele und die deutschen Handball-Fans auf einen der besten Spieler in der Geschichte des Sports freuen.

Ein kleines Problem

Einen Haken hat die Geschichte noch: Richardsons legendäre Rückennummer 17 trägt bei den Löwen Kreisläufer Andrej Klimovets.

In Erwartung genialer Pässe aus der Hand einer Handball-Ikone dürfte er sie jedoch gerne abgeben.

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