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Nikola Karabatic erzielte gegen die Füchse drei Feldtore und zwei Siebenmeter © getty

Der THW Kiel rast Richtung Titel und bester Saisonbilanz seit zehn Jahren. Die Löwen sorgen mit Richardson-Transfer für Aufsehen.

München - Der THW Kiel eilt ungeachtet der Manipulationsvorwürfe dem 15. Titelgewinn in der Handball-Bundesliga entgegen.

Champions-League-Gegner Rhein-Neckar Löwen sorgt hingegen mit einem spektakulären Transfer für Aufsehen.

Rekordmeister Kiel siegte im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Manager Uwe Schwenker bei den Füchsen Berlin 34:25 und kann nach dem 26. Ligaerfolg in Serie schon am 29. Spieltag (22. April) die Meisterschaft perfekt machen. (Stenogramme 27. Spieltag)

Die Löwen reagierten unterdessen mit der Verpflichtung des ehemaligen Welthandballers Jackson Richardson auf ihre Verletzungsmisere.

"Das sind wir den Fans schuldig"

"Wir sind noch in drei Wettbewerben aussichtsreich dabei, stehen im Halbfinale der Champions League und des DHB-Pokals und haben noch alle Chancen auf einen Platz unter die ersten Drei in der Bundesliga.

Wir mussten nach den Ausfällen reagieren, das sind wir unserer Mannschaft und auch den Fans schuldig", sagte Löwen-Manager Thorsten Storm nach dem 31:30-Erfolg beim VfL Gummersbach (Flensburg souverän - Löwen mit Zittersieg) über den Transfercoup.

Richardson am Dienstag dabei

Der 39-jährige Richardson erhielt einen Vertrag bis Saisonende und soll am Dienstagabend im Topspiel gegen den Tabellenzweiten HSV Hamburg, der bei Frisch Auf Göppingen 30:28 siegte, auflaufen. (Super-Coup: Löwen reaktivieren Richardson)

"In Jackson Richardson haben wir einen erfahrenen Regisseur geholt, der uns mit Sicherheit weiterhelfen kann", meinte Trainer Wolfgang Schwenke.

Richardson spielte von 1997 bis 2000 beim TV Großwallstadt und beendete im vergangenen Jahr beim französischen Vizemeister Chambery Savoie eigentlich seine Karriere.

Mit Frankreich wurde der Abwehrspezialist 1995 und 2001 Weltmeister. Die Löwen beklagen in den Rückraumspielern Grzegorz Tkaczyk und Sergej Schelmenko zwei Langzeitverletzte.

Lemgo überholt die Löwen

Hinter Kiel (53:1 Punkte) und Hamburg (41:11) festigte der TBV Lemgo (39:15) Platz drei.

Der Ex-Meister bezwang die Füchse Berlin bei der Osterdoppelschicht am Sonntag dank der jeweils zehn Treffer der Nationalspieler Holger Glandorf und Michael Kraus 33:30.

Doch Kiel bleibt in dieser Saison das Maß aller Dinge. "Die Spieler lassen nichts an sich rankommen", meinte THW-Coach Alfred Gislason und fügte an: "Wenn aber etwas an den Vorwürfen dran wäre, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere zusammenbricht".

Beste Saisonbilanz seit zehn Jahren

Der THW hat somit auch weiter die Möglichkeit, die Saison mit der besten Bilanz seit der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Teams 1999/2000 abzuschließen:

Seitdem hatten mit je 62:6 Punkten der TBV Lemgo (2003) und zweimal die Kieler (2005 und 2006) die beste Ausbeute zum Saisonende.

Nordrivale SG Flensburg-Handewitt zeigte sich vom 20:26 in Dormagen unter der Woche erholt und siegte deutlich 35:24 gegen den SC Magdeburg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

MT Melsungen feierte einen 31:27-Erfolg gegen die HSG Wetzlar, HBW Balingen-Weilstetten besiegte den TSV Dormagen 33:24, und GWD Minden gewann 35:17 gegen Tusem Essen.

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