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Schwenker und Sedarusic arbeiteten über zehn Jahre gemeinsam beim THW © imago

In der Manipulationsaffäre geht es nun auch um Betrug. Der HBL-Boss und THW-Gessellschafter Wegner klären Missverständnisse.

Kiel - Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, und Ex-Trainer Noka Serdarusic ausgeweitet. Gegen Schwenker und Serdarusic wird nun auch wegen Betrugsverdacht ermittelt.

"Es geht um die Siegprämie im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die Europäische Handball-Föderation hätte dieses Geld sicherlich nicht dem THW ausgezahlt, wenn sie von dem Verdacht der Manipulation gewusst hätte", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick den "Kieler Nachrichten".

Bisher wurde gegen Schwenker wegen des Verdachts der Untreue und gegen Serdarusic wegen der Beihilfe dazu ermittelt.

Die EHF hatte den ersten Champions-League-Titel des THW mit 160.000 Euro honoriert, die Flensburg im Fall nachgewiesener Manipulation einklagen will. Der THW soll in der Champions League mehrere Spiele durch Schiedsrichter-Bestechung manipuliert haben.

Keine Vorwürfe von meiner Seite

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und Gesellschafter Georg Wegner vom THW Kiel (DATENCENTER: Alles zum THW) haben darüber hinaus bei einem Treffen an der Förde Missverständnisse in der vermeintlichen Manipulationsaffäre um den deutschen Handball-Rekordmeister ausgeräumt.

"Es gab keine Vorwürfe von meiner Seite. Es war ein sachliches und produktives Gespräch, in dem wir uns über unsere Kenntnisstände ausgetauscht haben", sagte Bohmann.

Bohamnn erklärte weiter: "Ich habe meinen Willen zur schnellen Aufklärung der Sache bekräftigt. Und Herr Wegner hat das auch getan."

"Nur die Beschuldigten können Aufklärung leisten"

Wegner hatte schon vor den ersten öffentlichen Manipulationsvorwürfen gegen den THW Kiel von diesen Bestechungsgerüchten erfahren. Er hatte am Osterwochenende in einer Pressemitteilung zugegeben, schon im Juli 2008 von möglicher Korruption gewusst zu haben.

Sowohl Bohmann als auch Wegner waren sich am Dienstag nach ihrem Treffen aber einig, dass die weitere Aufarbeitung der Affäre an den verdächtigten Personen Uwe Schwenker und Noka Serdarusic hängt.

"Nur die Beschuldigten können Aufklärung leisten. Wir haben alle Akten an die Staatsanwaltschaft Kiel weitergegeben. Herr Bohmann und ich haben die Missverständnisse ausgeräumt", meinte Wegner.

HBL wurde nicht informiert

Im Juli 2008 hatte Mirjana Serdarusic, Ehefrau des einen Monat zuvor freigestellten THW-Trainers Serdarusic, schwere Anschuldigungen gegen den inzwischen zurückgetretenen THW-Manager Uwe Schwenker (Weitere Zeugen gegen Schwenker) erhoben und ihn der Schiedsrichterbestechung beim Final-Rückspiel der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt beschuldigt.

Wegner hatte dies daraufhin vorsorglich an zwei THW-Mitgesellschafter weitergegeben, allerdings die HBL nicht über die Vorwürfe informiert. Ob das im Nachhinein ein Fehler war, darüber wollte Bohmann "nicht richten".

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte am Wochenende die Frage aufgeworfen, inwieweit auch die Gesellschafter des THW möglicherweise in die Bestechungsaffäre verwickelt sein könnten.

Erstmals war am 1. März über Manipulationsvorwürfe gegen den THW in Medien berichtet worden.

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