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Holger Glandorf gab im Januar 2003 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft © imago

Bei Sport1 spricht Holger Glandorf über das frühe Olympia-Aus. Den Verbleib in Nordhorn knüpft der Weltmeister an Bedingungen.

Von Eva Fischer

München - Auch wenn die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking noch nicht überwunden ist, war die erste Olympia-Teilnahme für Holger Glandorf doch ein besonderes Erlebnis.

Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen. Die neue Bundesliga-Saison steht vor der Tür.

Außerdem will der 25-jährige Rückraumspieler mit Nordhorn wieder international spielen. Ob er über den Sommer 2009 hinaus bei der HSG bleibt, lässt der Weltmeister weiter offen.

Im Sport1-Interview spricht Glandorf über das frühe Aus des deutschen Teams und seine Bedingungen für eine Vertragsverlängerung in Nordhorn.

Sport1.de: Sie haben in Peking Ihre ersten Olympischen Spiele miterlebt. Was bleibt Ihnen in Erinnerung?

Holger Glandorf: Es war insgesamt ein besonders Erlebnis, so etwas mitmachen zu dürfen und andere Sportarten und Sportler kennen zu lernen. Bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein, war natürlich schon etwas sehr Besonderes.

Sport1: Ist es bei Olympischen Spielen schwerer sich auf den Sport zu konzentrieren als bei anderen Turnieren?

Glandorf: Das würde ich nicht sagen. Wir hatten jeden Tag gut zu tun. Man darf sich natürlich nicht ablenken lassen, man muss sich schon auf seine Sportart und seine Aufgaben konzentrieren. Ich denke, das haben wir gut hingekriegt.

Sport1: Woran hat es gelegen, dass Deutschland nach der Vorrunde ausgeschieden ist?

Glandorf: Wir haben von Anfang an nicht geschafft, unser Spiel zu machen. Wir haben nicht richtig ins Turnier gefunden. Wir mussten immer bis zum Schluss kämpfen, uns wieder herankämpfen. Wir hatten keine Konstanz drin. Wir hätten das Viertelfinale vor dem letzten Spiel klarmachen müssen, dann wären wir nicht so abhängig vom letzten Spiel gewesen.

Sport1: Haben Sie das Scheitern in der Vorrunde schon verarbeitet?

Glandorf: Man macht von Tag zu Tag mehr Schritte. Jetzt hat man zuhause im Verein wieder seine Aufgaben, die Bundesliga geht wieder los. Ich denke, dass ich schon ein bisschen Zeit brauche, um Abstand zu gewinnen. Trotzdem muss sich jeder einzelne fragen, was er besser machen kann, und was schief gelaufen ist. Aber man muss es auf jeden Fall sachlich sehen und darf nicht soviel hadern, sonst leidet die eigene Leistung darunter.

Sport1: Es gab Kritik von Torhüter Jogi Bitter an der Mannschaft. Hat es im Team eine Aussprache gegeben?

Glandorf: Nein. Ich denke, dass durch unser Ausscheiden jeder weiß, was gemacht werden muss, was jeder persönlich ändern muss und was falsch gelaufen ist. Da fängt jeder erst einmal bei sich an, bevor er die anderen kritisiert. Mit etwas Abstand wird das auch der Bundestrainer noch ansprechen, um aus den Fehlern, die wir gemacht haben, zu lernen. Damit wir uns bei den nächsten Turnieren besser verkaufen und besser spielen.

Sport1: Sie haben gesagt, dass Sie bis Sommer 2009 in Nordhorn spielen werden. Bleiben Sie dabei?

Glandorf: Ja, daran hat sich nichts geändert.

Sport1: Die finanziellen Probleme in Nordhorn sind bekannt. Bekommen Sie persönlich etwas davon mit?

Glandorf: Man hört schon etwas davon. Aber während der Olympischen Spiele hat mich das nicht interessiert. Jetzt hier zuhause ist alles soweit ruhig. Die Mannschaft spielt gut in der Vorbereitung. Ich werde diese Woche wieder dazu stoßen, und dann muss ich einfach die Entwicklungen abwarten. Ich denke, die HSG ist auf einem guten Weg diese Probleme zu überwinden, deswegen mache ich mir auch gar keine Sorgen.

Sport1: Was sind die Ziele ihrer Mannschaft für die neue Saison?

Glandorf: Wir versuchen natürlich wieder die Europapokal-Qualifikation zu schaffen, das ist ganz klar unser Ziel. Wenn wir so abschneiden, wie in den letzten Jahren, können wir damit auch diese Saison sehr zufrieden sein.

Sport1: Machen Sie Ihre Zukunft bei Nordhorn abhängig vom sportlichen Erfolg der Mannschaft in der nächsten Saison?

Glandorf: Das kommt natürlich dazu. Es muss schon eine schlagkräftige Mannschaft sein, die um die ersten Plätze mitspielen kann. Aber da gehört meine Leistung natürlich auch dazu, da trage ich auch ein bisschen dazu bei. Zum anderen muss der Verein einen Schritt nach vorne machen, dass Probleme, die aufgetreten sind, nicht noch mal passieren. Das ganze Paket muss stimmen.

Sport1: Könnten Sie sich vorstellen im Ausland zu spielen, oder wollen Sie in der Bundesliga bleiben?

Glandorf: Sicher möchte ich gerne in Deutschland bleiben, aber ich habe auch kein Problem damit, ins Ausland zu gehen. Im Moment ist alles offen, und ich habe noch nichts entschieden. Ich lasse erst einmal die neue Saison anfangen, dann schaue ich weiter.

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