In seiner Kolumne schreibt Lemgos Florian Kehrmann über den Sieg gegen den THW und den Kampf um die Champions-League-Plätze.

Liebe Handball-Freunde,

seit dem Sieg gegen den alten und neuen Meister THW Kiel geht es uns hier in Lemgo ganz gut. Wir sind jetzt wieder mitten im Rennen um die Champions-League-Plätze.

Bei uns hat einfach alles gepasst. Nicht nur dass wir sind am Anfang sehr gut ins Spiel gekommen sind und sehr aggressiv gespielt haben, sondern auch dass die Halle voll war und komplett hinter uns stand.

Wir haben kein "Wir besiegen Kiel"-Geheimrezept erfunden. Im Prinzip hat mein TBV das gemacht, was die Kieler selbst in dieser Saison immer gemacht haben: Wir haben sehr aggressiv gespielt, vor allem in der Deckung und jeden Fehler sofort bestraft.

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Natürlich hat es uns auch in die Karten gespielt, dass Thierry Omeyer des Feldes verwiesen wurde, dass Filip Jicha verletzungsbedingt ausgefallen ist und dass der THW viele Angriffe zu früh abgeschlossen hat - aber wir haben von Anfang an das Spiel bestimmt.

Kiel hat auch versucht ein paar Spieler zu schonen, weil es für sie am Wochenende um den Einzug ins Champions-League-Finale geht, aber von den Manipulationsvorwürfen lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Dafür sind sie zu gefestigt.

Unser primäres Saisonziel, nämlich nächstes Jahr im Europapokal zu spielen, dürften wir aus eigener Kraft sehr gut schaffen. Aber zum zweiten Ziel, einen Champions-League-Platz zu erreichen, ist es noch ein ganz ganz weiter Weg.

Wichtig ist, dass wir uns auf uns konzentrieren. Zuerst müssen wir gegen Dormagen zu Hause vernünftig auftreten und gewinnen. Nur weil wir Kiel geschlagen haben, wird das noch lang kein Selbstläufer.

Und die schweren Spiele in Flensburg und Minden müssen auch erstmal gewonnen werden, damit wir noch eine Chance auf den dritten Tabellenplatz haben.

Wir hoffen aber auch, dass der HSV oder die Rhein-Neckar Löwen noch Federn lassen. Da können wir nur abwarten, ob die beiden durch die höhere Belastung mit Champions League und Pokal uns gegenüber im Nachteil sind.

Dass Hamburg am Dienstagabend in Flensburg verloren hat, ist für uns natürlich nicht schlecht. Aber ich glaube nicht, dass den Hamburgern die Luft ausgeht.

Sie haben zwei drei Schlüsselspieler, die angeschlagen sind und auch am Anfang nicht gespielt haben. Da fehlen ihnen ein bisschen die Alternativen. Bei Flensburg ging es dagegen wirklich um alles. Für die war es wichtig, überhaupt noch eine Chance auf den Europapokal zu haben.

Dann ist es natürlich nicht so einfach, in Flensburg zu gewinnen. Aber dieser Kraftakt steht uns auch noch bevor.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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