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VfL-Mann Gunnarsson und HSG-Akteur Wein- hold (l.) ? viele Optionen für Europa © imago

Kiel ist durch, drei Teams kämpfen um wahrscheinlich zwei weitere Champions-League-Plätze. Doch auch dahinter ist vieles offen.

Von Michael Spandern

München - Die Meisterfrage ist seit Dienstagabend beantwortet (Flensburg macht Kiel zum Meister) , aber hinter dem Titelverteidiger THW Kiel hat das Rechnen längst begonnen.

Wer schafft den Sprung in die Champions League, wer vertritt Deutschland im Pokalsieger-Wettbewerb, und dürfte Zwangsabsteiger Nordhorn im EHF-Cup ran?

Uwe Stemberg, Spielleiter der Handball-Bundesliga (HBL) beantwortet bei Sport1.de die wichtigsten Fragen.

1. Die Champions League

Sollte die EHF die Kieler nicht wegen Bestechung für die nächste Saison sperren, darf der THW sowie der Zweit- und Drittplatzierte der Bundesliga in der Königsklasse ran.

Da in der ersten Gruppenphase nicht wie zuletzt 32, sondern 24 Teams spielen, schrumpft das deutsche Kontingent von vier auf drei - "Stand jetzt", schränkt Stemberg ein.

"Eventuell muss der Bundesliga-Dritte sogar noch Qualifikationsspiele bestreiten", erläutert der Spielleiter, ist sich aber sicher, dass diese nicht mehr als eine Pflichtübung wären.

Den Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen (44:14 Punkte) trennt zurzeit nur ein Minuspunkt vom HSV Hamburg (43:15) und dem viertplatzierten TBV Lemgo (43:15). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Frisch Auf Göppingen (39:21) hat bei nur noch vier verbleibenden Partien wohl keine Chance mehr, in diesen Dreikampf um zwei Tickets einzugreifen.

2. Der Pokalsieger-Wettbewerb

Neben dem in der Liga siebtplatzierten VfL Gummersbach stehen mit Kiel, den Löwen und Gastgeber Hamburg die großen Drei im Final Four um den DHB-Pokal.

Sollten sich diese Drei für die Champions League qualifizieren, wäre der VfL für den Pokalsieger-Wettbewerb gesetzt. Das aber steht zum Zeitpunkt des Turniers (9./10. Mai) keinesfalls fest.

"Sollten die Gummersbacher und die Löwen (Schwarzer: "Richardson ist das Plus") ihre Halbfinals verlieren, haben wir ein Spiel um Platz 3 angesetzt", erklärt Stemberg. Sollten die Löwen dieses gewinnen, muss Gummersbach hoffen, dass die Badener den Sprung in die Königsklasse schaffen.

Sonderfall Nordhorn

Deutschland winkt allerdings ein zweiter Platz in diesem Wettbewerb: Sollte Halbfinalist Nordhorn den Cup holen, wäre die HSG als Titelverteidiger qualifiziert.

Aber darf der insolvente Zwangsabsteiger überhaupt international antreten? "Dagegen spricht nichts, sofern die Nordhorner die Lizenz für die 2. Liga erhalten", so Stemberg. Auch Wetzlar sei 1997 als Zweitligist im Pokalsieger-Cup angetreten (und ins Finale vorgestoßen).

Sollten die Grafschafter den Gang in die Regionalliga antreten müssen, ist der Spielleiter jedoch skeptisch.

Schließlich habe das zuständige HBL-Präsidium auch den maroden EHF-Cup-Sieger TuSEM Essen, der in den Amateurbereich musste, 2005 nicht fürs internationale Geschäft angemeldet.

Sollte Nordhorn den Pokalsieger-Wettbewerb gewinnen, aber als Drittligist nicht gemeldet werden, "ginge der Startplatz für Deutschland nicht verloren", erklärt Stemberg. Womöglich würde dann ein gescheiterter Viertelfinalist im DHB-Pokal nominiert.

3. Der EHF-Cup

Hier hat Deutschland zwei Startplätze, ein dritter käme für den VfL Gummersbach hinzu, falls dieser im Halbfinale gegen CAI BM Aragon und auch im Endspiel die Oberhand behält.

Qualifizieren sich die Oberbergischen allerdings für den Pokalsieger-Wettbewerb, würden sie in diesem antreten - doch Deutschland behielte das zusätzliche Startrecht (siehe oben).

Neben den Göppingern dürfen sich auch die SG Flensburg-Handewitt (38:20), Gummerbach (36:22) und der punktgleiche SC Magdeburg, sowie Nordhorn (34:20) auf den Plätzen sechs bis neun machen.

Sollten sowohl Nordhorn als auch Gummersbach ihre internationalen Wettbewerbe im Mai gewinnen, würde Deutschland zu acht im Europapokal antreten und nur eins der genannten Teams leer ausgehen.

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