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Nikola Karabatic (l.) kam 2005 aus Montpellier, Vid Kavticnik aus Velenje zum THW © imago

Die Kumpels wechseln nach Montpellier, aber Ersatz ist schon gefunden. Unter einer Bedingung könnte Kiel zweimal groß kassieren.

Von Michael Spandern

München - Der Umbruch beim Abonnementmeister THW Kiel nimmt Konturen an, und Ex-Manager Uwe Schwenker zieht sie.

Der Korruptionsverdächtige, noch bis Ende Juni für die Personalien beim THW zuständig, bestätigte den "Kieler Nachrichten", dass Nikola Karabatic und Vid Kavticnik am Saisonende wie erwartet zu Montpellier HB wechseln.

Angeblich werden die beiden Freunde beim französischen Spitzenklub einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten und rund 1,5 Millionen Ablöse kosten.

Sonderklausel bei Transfer zu einem Ligarivalen

"Wir haben uns mündlich mit Montpellier geeinigt, beide Spieler dürfen wechseln, es fehlt nur die schriftliche Form", sagte Schwenker.

Er bestätigte zudem, dass es eine Sonderklausel im Kontrakt gebe: Wechselt der französische Welthandballer oder der slowenische Rechtsaußen vor 2012 zurück in die Bundesliga, erhalten die Kieler nochmals eine siebenstellige Summe. Bis 2012 war ihr jetziger Vertrag in Kiel datiert.

Die Kieler hätten alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Karabatic und Kavticnik zu halten. "Aber wir haben keine Chance mehr gesehen. Sie wollten weg", erklärte der Ex-Manager.

Ilic wieder bei Coach Gislason

Trainer Alfred Gislason erläutert: "Es wäre schön gewesen, wenn wir diese tolle Mannschaft zusammen gehalten hätten, aber es macht keinen Sinn mehr."

Zumal die Nachfolger bereits verpflichtet sind: Auf Rechtsaußen kommt der Magdeburger Christian Sprenger, als Rückraum-Shooter der Serbe Momir Ilic vom EHF-Cup-Sieger VfL Gummersbach. (Karabatic-Wechsel angeblich perfekt)

Der 27-Jährige unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag. Er hatte unter Coach Alfred Gislason bereits zwei Jahre in Gummersbach trainiert. Der zwei Meter große und 100 Kilogramm schwere Ilic führt derzeit mit 168 Toren in 31 Spielen die Feldtorschützenliste der Bundesliga an.

"Hätte nicht mehr 100 Prozent gebracht"

Sprenger erhält beim THW einen Dreijahresvertrag. Er bestritt bislang 47 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft. Kiel musste offenbar eine Ablösesumme für den Flügelspieler zahlen, weil dieser noch einen Vertrag bis 2010 hatte.

"Dieser Transfer war für uns überlebensnotwendig. Christian sichert mit seinem Weggang den Bundesliga-Handball in Magdeburg und den Arbeitsplatz der anderen Spieler", sagte Magdeburgs Sportdirektor Stefan Kretzschmar.

Trotz der hochkarätigen Ersatzmänner tritt Gislason gegen Karabtic nach, der seit Januar auf seinen Abgang drängt und erst zu den Rhein-Neckar Löwen, dann zu seinem Heimatverein wollte. "Hätte Nikola bleiben müssen, hätte er sich nicht mehr mit 100 Prozent eingebracht", glaubt der Coach.

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