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Christian Schwarzer wurde bei der WM 2003 zum wertvollsten Spieler gewählt © getty

Der WM-Held von 2007 Christian Schwarzer beendet seine Karriere. Tränen und den Bundestrainerposten schließt er aber nicht aus.

München - Den Vorgeschmack auf den ganz großen Abschied am Wochenende bekam Christian Schwarzer schon vor ein paar Tagen.

Standing Ovations von 10.000 Fans, blaue T-Shirts mit dem Aufdruck "Und Tschüss ..." sowie Pappmasken mit seinem Konterfei stellten den Weltmeister von 2007 bei seinem letzten Heimspiel in der Mannheimer Arena auf eine erste emotionale Probe.

Kämpferherz Schwarzer von den Rhein-Neckar Löwen gewann Teil eins des Duells mit seinen Gefühlen. (Löwen buchen Champions-League-Ticket)

"Ich hatte das ganz gut im Griff, denn ich habe mich auf mein Karriereende ja einige Zeit vorbereiten können. Eigentlich bin ich froh, dass es vorbei ist und die Knochen bis zum Ende gehalten haben", sagte der 39-jährige Schwarzer.

"Da wird es vielleicht ganz schlimm"

Ganz ausschließen will der 318-malige Nationalspieler einen möglichen emotionalen Ausbruch trotzdem nicht, wenn am Sonntag bei seinem offiziellen Abschiedsspiel in Homburg-Erbach endgültig der letzte Vorhang fällt.

"Da wird es vielleicht ganz schlimm", sagt Schwarzer, der am Samstag bei der abschließenden Bundesligapartie der Löwen beim SC Magdeburg (ab 15 Uhr LIVESCORES) sein 568. und letztes Punktspiel bestreiten wird.

Für kein Geld der Welt

Den Fans wird der knapp zwei Meter große Hüne mit dem Bürstenschnitt auch als Mann der ungewöhnlichen Comebacks in Erinnerung bleiben. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hatte Bundestrainer Heiner Brand Schwarzer während der Heim-WM nachnominiert, weil sämtliche Kreisläufer ausgefallen waren.

"Blacky" legte umgehend seinen Teilzeit-Job als WM-Kommentator nieder, führte die DHB-Auswahl als Motivator zum Goldtriumph 2007 und wurde zu einem Gesicht des Wintermärchens.

Schwarzer: "Kein Geld der Welt kann die Erlebnisse von damals aufwiegen."

Bescheidenheit ist seine Tugend

Seinen eigenen Anteil am Erfolg wollte der viermalige Olympia-Teilnehmer aber nie überbewertet wissen. Eine Bescheidenheit, die besonders Brand bis zum heutigen Tag immens imponiert.

"Christian tritt nicht wie ein großer Name auf, obwohl er das ist", lobte der Bundestrainer seinen früheren Führungsspieler, der nach dem frühen Olympia-Aus 2008 in Peking seine internationale Laufbahn nach 19 Jahren beendet hatte.

In bester Erinnerung wird Schwarzer neben dem WM-Titel vor allem das Olympia-Viertelfinale 2004 in Athen gegen Spanien bleiben. Nach zweimaliger Verlängerung schaffte Deutschland im Siebenmeterwerfen den Sprung ins Halbfinale.

"Die Bedeutung des Spiels, der Verlauf, die Spannung, das war alles nicht zu überbieten", sagt der ehemalige Wahl-Spanier.

Schwarzer als Brand-Nachfolger?

Im Trikot des großen FC Barcelona gewann Schwarzer vor neun Jahren unter anderem die Champions League, die Meisterschaft und den Pokal.

"Von sieben möglichen Titeln haben wir in der Saison 1999/2000 alle sieben geholt. Es war die erfolgreichste Zeit meiner Karriere", erinnert sich der gebürtige Braunschweiger.

Dem Handball wird Schwarzer in jedem Fall erhalten bleiben. Als Jugendkoordinator des Deutschen Handball-Bundes (DHB) wird er eng mit Brand zusammenarbeiten - und vielleicht irgendwann in die Fußstapfen des Bundestrainers treten.

Schwarzer sagt dazu nur soviel: "Mein Vertrag als Jugendkoordinator läuft so lange wie der von Heiner Brand als Bundestrainer."

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