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Alfred Gislason trainierte in der Bundesliga bereits Magdeburg und Gummersbach © getty

Der neue THW-Trainer ist nach dem Remis gegen Aufsteiger Dormagen enttäuscht. Manager Uwe Schwenker denkt ans Triple von 2006.

München - In der Tor- und Titelmaschine THW Kiel knirschte es zum Start in die Bundesliga gewaltig.

Ausgerechnet Aufsteiger TSV Dormagen streute zum Einstand des neuen Trainers Alfred Gislason kräftig Sand ins Getriebe.

"Natürlich ist es ein Fehlstart, wenn man im ersten Heimspiel der Saison - egal gegen welchen Gegner - nur unentschieden spielt", sagte der Ex-Gummersbacher und versuchte das 28:28 (14:13) erst gar nicht schönzureden: "Das war eine große Enttäuschung."

Erst nach der Schlusssirene machte Maciej Dmytruszynski per Siebenmeter den ersten Punkt für Dormagen nach sieben Jahren Erstliga-Abstinenz perfekt und löste beim Underdog Jubelszenen aus, als ob der Klassenerhalt schon in trockenen Tüchern sei.

"Vitaminspritze für meine Jungs"

"Man sollte mit Superlativen im Sport immer vorsichtig umgehen, aber das war sensationell", sagte TSV-Trainer Kai Wandschneider, der nach durchwachsener Vorbereitung nun auf "eine Vitaminspritze für meine Jungs" hofft.

Auch das Fehlen des am Ellbogen verletzten Welthandballers Nikola Karabatic wollte Gislason nicht als Ausrede gelten lassen.

"Natürlich hätten wir mit einem gesunden Nikola Karabatic ganz andere Möglichkeiten gehabt. Aber der Kader ist auch ohne ihn gut", sagte Gislason.

"Ich habe an das Triple gedacht"

Erst vier Tage zuvor hatte sein Team schließlich den Supercup gegen HSV Hamburg gewonnen.

THW-Manager Uwe Schwenker fühlte sich spontan an das 26:26 zum Saisonstart 2006 erinnert.

"Während des Spiels habe ich tatsächlich an das Großwallstadt-Spiel vor zwei Jahren mit dem anschließenden Triple gedacht", verriet er, wollte aber kein gutes Omen herbeireden. "Trösten kann mich nach dem Spiel nichts."

Nordhorn unbeeindruckt

Den Kieler Stammplatz an der Tabellenspitze übernahm stattdessen der SC Magdeburg, der Tusem Essen mit 30:17 (14:8) abfertigte.

Von den üblichen Verdächtigen im Kampf um die Meisterschaft überzeugte vor allem die SG Flensburg-Handewitt beim 33:26 (19:11) gegen HBW Balingen-Weilstetten sowie die HSG Nordhorn, die sich unbeeindruckt von den finanziellen Sorgen 36:28 (15:13) gegen GWD Minden durchsetzte.

Elf Tore von Glandorf

"Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben und Moral bewiesen", erklärte Weltmeister Holger Glandorf, mit elf Toren maßgeblich am HSG-Erfolg beteiligt.

"Der Rest muss abseits des Feldes geklärt werden."

Wegen des nicht gedeckten Etats und der Durchsuchung durch die Finanzbehörde mussten die HSG-Verantwortlichen am Donnerstag in der Zentrale der Handball-Bundesliga (HBL) in Dortmund Rede und Antwort stehen.

Flensburg kommt in Fahrt

Die Flensburger kamen nach zähen Anfangsminuten richtig in Fahrt und vergaben sogar einen höheren Sieg.

"Besonders nervös vor einem besonderen Spiel", war SG-Coach Kent-Harry Andersson angesichts von acht Neuzugängen - und nach 60 Minuten "sehr zufrieden mit der Premiere".

Die personelle Aufrüstung hat hingegen weder beim HSV noch bei den Rhein-Neckar Löwen direkte Wirkung gezeigt.

Glücklicher Sieg für die Löwen

Die noch nicht eingespielten Hamburger kamen zu einem 30:27 (13:13) gegen die HSG Wetzlar, die Löwen zu einem glücklichen 33:32 (13:13) gegen den TV Großwallstadt.

Beim TBV Lemgo hatte Ex-Nationalspieler Markus Baur beim 35:30 (18:14) gegen MT Melsungen mehr Grund zur Freude als Gislason.

Vorjahres-Aufsteiger Füchse Berlin reihte sich durch das 39:31 (18:17) gegen Erstliga-Rückkehrer Stralsunder HV auf Platz zwei ein.

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