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Die HSG unterlag dem HSV im Halbfinale des Final-Four-Turniers in Hamburg © imago

Nach der Steuer-Razzia bei der HSG Nordhorn hat sich nun auch die Geschäftsführung der Handball-Bundesliga zu Wort gemeldet.

Nordhorn - Der in finanziellen Schwierigkeiten steckende Bundesligist HSG Nordhorn wurde von der Geschäftsführung der Handball-Bundesliga (HBL) zu schnellem Handeln aufgefordert.

"Die HSG ist ein Sanierungsfall und muss bei den Finanzbehörden darauf drängen, so schnell wie möglich über die Konsequenzen und die möglichen Belastungen zu erfahren. Ein Sanierungskonzept muss zudem so schnell wie möglich beigebracht werden. Es müssen Kosten reduziert oder Einnahmen erhöht werden", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen des EHF-Cupsiegers am Donnerstag in Dortmund.

Nordhorn fehlen nach eigenen Angaben derzeit 500.000 bis 700..000 Euro zur Deckung des Etats der Saison.

Verdacht auf Steuerhinterziehung

Sollten keine Sponsoren gefunden werden, müsste man sich von Spielern trennen, sagte HSG-Manager Bernd Rigterink.

Am Dienstag waren die Geschäftsräume des EHF-Cupsiegers von Beamten der Finanzbehörde Oldenburg wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung durchsucht worden. Steuerfahnder waren auch bei Spielern, Trainer Ola Lindgren und Spielerberatern aufgetaucht.

Lizenz unter Auflagen

Die HSG Nordhorn hatte die Lizenz für diese Saison im Mai unter Auflagen erhalten.

"Die HSG befindet sich im Auflageverfahren, da können Punktabzüge in Frage kommen", sagte Bohmann. Die Nordhorner betonten, dass alles bei der Lizenzvergabe für die Saison 2008/09 mit rechten Dingen zugegangen sei.

"Zum Lizenzierungsverfahren sage ich nichts. Das ist eine Sache zwischen Verein und HBL", sagte Bohmann. Seiner Meinung nach käme ein Lizenzentzug nur bei einer bewussten Täuschung zur Anwendung.

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