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HSG-Manager Bernd Rigterink steht momentan unter enormem Druck © imago

Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann schließt bei Sport1.de eine Bilanzfälschung der HSG nicht aus und weist Kritik von sich.

Von Andreas Kloo

München - Der Saisonstart der Handball-Bundesliga wurde von negativen Schlagzeilen in den Hintergrund gedrängt.

EHF-Cupsieger HSG Nordhorn steht im Verdacht der Steuerhinterziehung. Der Verein bangt um seine Existenz, die Liga hat einen enormen Imageverlust erlitten.

"In der Tat ist dies ein enormer Schaden für die Liga. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Nordhorn, den Tabellen-Ersten oder den Tabellenletzten handelt", bewertet HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann im Gespräch mit Sport1.de die Lage.

Täuschung nicht auszuschließen

Vorwürfe, dass die HBL die unsicheren finanziellen Verhältnisse der HSG bereits beim Lizenzierungsverfahren hätte erkennen müssen, weist Bohmann von sich: "Wir haben die Entscheidung zur Lizenzvergabe nach bestem Gewissen getroffen. Auf Basis der Unterlagen, die uns der Verein zur Verfügung stellte, würden wir jederzeit wieder so entscheiden."

Allerdings fügt er hinzu: "Ob allerdings die Zahlen in den Unterlagen alle richtig waren, vermag ich nicht zu sagen." Der Geschäftsführer kann also eine bewusste Verschleierung durch die HSG nicht ausschließen.

Existenz des Vereins im Vordergrund

Auf die Frage nach den Reaktionen auf eine solche bewusste Täuschung sagt Bohmann: "Da müssten wir natürlich dann noch einmal mit der HSG sprechen." Das Wort "Lizenzentzug" möchte er aber noch nicht in den Mund nehmen.

"Es geht momentan vor allem um die Existenz des Vereins. Die ist akut gefährdet. Das ist jetzt wichtiger als irgendwelche Strafen", so der Funktionär.

Mindestens 500.000 Euro fehlen

Bohmann zufolge muss Nordhorn Innerhalb der nächsten zwei bis vier Wochen für stabile wirtschaftliche Verhältnisse sorgen. Ohne Spielerverkäufe wird das nicht zu schaffen sein.

Denn laut Manager Bernd Rigterink fehlen im Etat 500.000 bis 700.000 Euro. Sponsoren, die kurzfristig einspringen könnten, stehen momentan nicht zur Verfügung.

Glandorf auf dem Weg zu den Titelfavoriten

Nationalspieler Holger Glandorf wird deshalb wohl nicht zu halten sein. Für die HSG bedeutet dies einen herben Verlust an sportlicher Qualität.

Für die Spitzenvereine aus Hamburg oder Kiel ist das die Chance zur weiteren Verbesserung der starken Kader.

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