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Der benommene Torwart Zoran Djordjic (M.) wird von Helfern fom Feld geführt © imago

Dramatische Minuten beim Spiel Wetzlar gegen die Füchse: Ein Arzt bewahrt den bewusstlosen HSG-Keeper vor dem Ersticken.

Von Wolfgang Kleine

Wetzlar - 12. Minute im Bundesliga-Spiel zwischen der HSG Wetzlar und den Füchsen Berlin.

Der Berliner Conny Wilczynski rennt mit dem Ball aufs Tor der Hessen zu. HSG-Keeper Zoran Djordjic läuft aus seinem Tor, um den Angriff abzuwehren.

Dann geschieht es: Die beiden prallen mit voller Wucht zusammen und bleiben auf dem Boden der RITTAL-Arena liegen.

Die Zuschauer wurden an den fürchterlichen Unfall von Johan Petersson in der Kölnarena erinnert. "Wir sind kreidebleich geworden und standen alle unter Schock", sagte Wetzlars Sportlicher Leiter Rainer Dotzauer.

Ohne Bewusstsein

Djordjic und Wilczynski waren ohne Bewusstsein. Doch während der Berliner "nur" eine klaffende Platzwunde am Kopf erlitt, war der Zustand des HSG-Keepers ernst.

Die Zunge war dem bewusstlosen Djordjic in den Hals gerutscht. Der Serbe drohte vor den Augen seines Sohnes Petar zu ersticken. Ein Arzt erkannte die ernste Situation und zog Zoran Djordjic die Zunge aus dem Hals.

Der Torwart konnte nach der Behandlungspause wieder aufstehen, während Wilczynski mit mehreren Stichen am Kopf genäht werden musste und danach in die Klinik eingeliefert wurde. Bei beiden Spielern wurde später im Krankenhaus eine Gerhirnerschütterung diagnostiziert.

Rote Karte für Djordjic

Doch dann sorgten die beiden Schiedsrichter Ralf Damian und Frank Wenz für Aufsehen und Kopfschütteln bei beiden Teams.

Weil Djordjic bei der Aktion seinen Torraum verlassen hat, sah er die Rote Karte. Regelgerecht, aber in dieser besonderen Situation eigenartig. Die Entscheidung hinterließ einen faden Beigeschmack.

Schließlich gewannen die Berliner die Partie mit 33:26. Doch der Zwischenfall steckte allen in den Köpfen.

Flensburg ohne Probleme

Die Favoriten haben sich an dem 2. Spieltag bisher durchgesetzt. Der THW Kiel hat den Auftakt-Schock (Remis gegen Dormagen) verdaut und gewinnt bei Bahlingen mit 30:24.

Vizemeister SG Flensburg-Handewitt zog am Sonntag nach und setzte sich standesgemäß mit 36:25 (17:11) bei GWD Minden durch.

Bester Werfer war der dänische Europameister Lars Christiansen mit elf Toren.

Der VfL Gummersbach rettet sich nach einer starken Schlussphase gegen die HSG Nordhorn zum 32:30-Sieg. Doch nicht alles ist beim VfL in Ordnung.

Hecker kündigt in Gummersbach

Geschäftsführer Stefan Hecker hat nach gut drei Jahren seine Kündigung eingereicht. Das meldet der Kölner "Express".

"Das Aufgabenfeld, dass ich zuletzt hatte, entsprach nicht dem, was ich mir vorstelle", sagte Hecker, den es zu TuSEM Essen ziehen soll. "In langen Gesprächen mit Aufsichtsrats-Boss Claus Horstmann sind wir zu dieser Lösung gekommen."

Als Nachfolger soll Thorsten Hoenen vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln in die Geschäftsstelle des VfL wechseln und Sportchef Francois-Xavier Houlet mehr Verantwortung übernehmen.

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