In seiner Sport1-Kolumne fordert Flo Kehrmann nach dem Unfall in Wetzlar Konsequenzen. Eine sofortige Regeländerung müsse her.

Liebe Handball-Freunde,

wir alle waren nach dem Zusammenstoß zwischen Djordjic und Wilczynski in Wetzlar geschockt. Bei einem ähnlichen Vorfall in der Kölnarena vor sieben Jahren war ich selbst in der Halle. Johan Petersson wäre damals beinahe umgekommen.

Auch ich bin für eine Regeländerung: Torhüter sollten den Kreis überhaupt nicht mehr verlassen dürfen. Viele Torhüter legen es inzwischen darauf an, den Angreifer mit unfairen Mitteln zu stoppen. Das muss man unterbinden.

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Der angreifende Spieler ist klar im Nachteil, da er in solchen Situationen nach hinten zum eigenen Torhüter blickt und den gegenerischen Torwart nicht sieht. Ich finde es nur schade, dass immer erst etwas passieren muss, bis über Regelverbesserungen diskutiert wird.

Ebenfalls schade finde ich den Skandal in Nordhorn. So etwas ist immer schlecht für die Liga. Aber es liegt auf der Hand, dass da schlecht gewirtschaftet worden ist. Sonst gäbe es diese Probleme nicht. Ich hoffe, dass der Verein alles übersteht.

Aber letztlich wird die Situation nur durch Spielerverkäufe zu schaffen sein. Über Holger Glandorf als neuen Mitspieler würde ich mich natürlich freuen. Ich denke aber, dass er die Saison in Nordhorn auf alle Fälle zu Ende spielen möchte.

Wenn er aber wechseln möchte, werden wir uns sicher um ihn bemühen. Klar ist allerdings, dass da auch die Konkurrenten mit bieten werden.

Mit unserem Saisonstart bin ich zufrieden. Man sieht, dass es sinvoll war, vor der Saison die Abwehr zu verstärken. Jetzt geht es am Mittwoch gegen Wetzlar. Da ist ein Sieg Pflicht bei unseren Ansprüchen.

Entscheidend wird dann die Partie bei den Rhein-Neckar Löwen. Da wird sich zeigen, ob wir in dieser Saison ganz oben mitspielen können. Die Rhein-Neckar Löwen gehören für mich zusammen mit Flensburg, dem HSV und natürlich Kiel zu den Meisterschaftsfavoriten.

Bei Kiel sollte man den holprigen Saisonstart nicht überbewerten. Vor zwei Jahren haben sie zum Auftakt auch gegen Großwallstadt veloren. Am Ende holten sie dennoch den Titel. Der THW wird den verlorenen Punkt aus dem Dormagen-Spiel wieder aufholen, da bin ich mir sicher.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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